19/09/2026 0 Kommentare
Zweite Pilgerreise auf den Spuren von Maximilian Kaller
Zweite Pilgerreise auf den Spuren von Maximilian Kaller
# Bericht

Zweite Pilgerreise auf den Spuren von Maximilian Kaller

„Heiliger Raphael mit Tobia, heiliger Gabriel mit Maria, heiliger Michael mit dem himmlischen Heer, sei uns auf der Reise Schutz und Wehr.“
Mit diesem Segen beginnen wir jeden Pilgertag.
Die meisten von ihnen erwarten jetzt einen chronologischer Reisebericht, ich möchte aber nur ein kurzes „Licht“ aufleuchten lassen.
Auf dem St. Annaberg konnten wir gelebten Glauben erfahren und wurden auch zum Mit-pilgern eingeladen, (Rückkehr in Kinder- und Jugendzeit), beim Aufstieg zur Basilika mit Gesang, Gebet und Blasmusik und in der Andacht vor dem Marienbildnis hat ein jeder von uns unterschiedliches im Kopf und Herzen bewegt.
Einige meiner Gedanken fand ich in einem Brief von Archimandrit Dr.Thiermayer wieder, der am Montag nach unserer Rückkehr bei mir in der Post war. Mit Auszügen aus seinem Brief schließe ich den „Reisebericht“.
Der Mensch kommt nackt und mit leeren Händen in diese Welt und verlässt sie wieder mit leeren Händen. Zwischen Geburt und Vollendung liegt sein Pilgerweg – kurz im Hinblick auf die Ewigkeit, kostbar vor Gott und getragen von seiner Verheißung.
Wir sind Pilger und Gäste auf Erden.
Die Schöpfung ist uns als Gabe anvertraut, doch unser Herz ist auf eine größere Heimat hin geschaffen. Alles Irdische ist Geschenk Gottes, unsere endgültige Heimat aber ist bei ihm.
… … …
Wenn unsere Schritte müde werden und wir den Wanderstab aus der Hand legen, wird der Gute Hirte uns über die letzte Schwelle tragen und zu uns sprechen „Komm du müder Wanderer .Die Nacht ist vergangen. Der Weg ist vollendet. Tritt ein in die Freude deines Herrn, denn du bist mein“. Amen
Dr.Jennemann
Die christliche Verehrung am Berg begann um 1100 mit einer hölzernen Kapelle, die dem heiligen Georg geweiht war – daher hieß der Berg damals Georgenberg. Um 1516 ließ die aus Polen zugewanderte Adelsfamilie von Gaschin eine Kirche zur heiligen Anna errichten. Der entscheidende Impuls für die Wallfahrt kam 1560, als eine hölzerne Anna-selbdritt-Figur mit Reliquien der Heiligen in die Kirche gestiftet wurde – dieses Gnadenbild ist bis heute im Hauptaltar.
Nachweislich gibt es Wallfahrten seit 1556; zunächst fanden sie nur am Anna-Tag (26. Juli) statt, der früher ein gebotener Feiertag war. Die Verehrung der heiligen Anna war durch Kreuzfahrer aus Konstantinopel nach Schlesien gebracht worden, wo Kaiser Justinian eine prächtige Anna-Basilika errichtet hatte.

Das Gnadenbild
Ziel der Wallfahrten ist die 66 cm hohe Lindenholzfigur der heiligen Anna selbdritt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie zeigt Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind – ein Motiv, das besonders Ehepaare, Familien, Frauen und Kinder anspricht. Die Figur enthält Reliquien der Heiligen und gilt als wundertätig.
Kalvarienberg und Kloster
Um die Basilika entstand im Laufe der Jahrhunderte ein weitläufiger Kalvarienberg mit über 30 Kapellen, die in den Wäldern des Berges verborgen liegen. Diese Stationswege laden Pilger zum meditativen Gebet ein. Seit der Übernahme durch die Franziskaner (Minoriten) wird der Ort als Kloster geführt, das Pilgerherbergen und geistliche Begleitung bietet.
Heutige Praxis
Heute pilgern schätzungsweise 300.000 Menschen jährlich zum St. Annaberg, fast jedes Wochenende finden Wallfahrten statt. Der Ort liegt am Jakobsweg und ist damit in ein europäisches Pilgernetz eingebunden. Gottesdienste werden auf Polnisch und Deutsch gehalten, was die grenzüberschreitende Bedeutung unterstreicht.
Besonders bedeutsam war der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1983, der vor rund einer Million Gläubigen eine Messe feierte und den Berg als Ort der Versöhnung zwischen Polen, Deutschen und Schlesiern betonte.

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