05/11/2026 0 Kommentare
Wie ein Satz das Gehen verändert: Unser Pilgercredo
Wie ein Satz das Gehen verändert: Unser Pilgercredo
# Pilgerinitiative-de

Wie ein Satz das Gehen verändert: Unser Pilgercredo
Ich gestehe: Bis wir dieses Credo entwickelt haben, wusste ich selbst nicht so ganz genau, was ein Credo eigentlich ist. Erst die lateinische Übersetzung brachte mir die Erhellung: Credo heißt schlicht „Ich glaube“. Die wunderbare Idee dazu brachte Felicitas Rohde-Schaeper in unseren Pilgerstammtisch der Nordkirche ein. Wir waren uns schnell einig: Wenn Pilgern als „Beten mit den Füßen“ oder gar als „Gottesdienst mit den Füßen“ erfahren wird – gehört dann nicht auch ein ganz persönliches Glaubensbekenntnis dazu? Aus dieser Idee entstand eine kleine Arbeitsgruppe. Gemeinsam mit Felicitas Rohde-Schaeper, Ellen Nemitz und mir (Sabine Petters) machten wir uns auf die Suche nach den passenden Worten. Wir wollten ein Bekenntnis schaffen, das sowohl für Christinnen und Christen als auch für Pilgernde gesprochen werden kann, die sich auf der Suche befinden und offen sind für Gebet, Stille und Spiritualität. Der Rahmen orientiert sich an einem klassischen Bekenntnis, eingebettet in die Dreifaltigkeit: Wir beziehen die drei Seiten unseres dreieinigen Gottes direkt in die eigene Suche nach Klarheit und Vertrauen ein.
Ein Bekenntnis – es möchte gelebt und gegangen werden. Vielleicht magst Du es auf deiner nächsten Etappe oder im Alltag einbinden: Lies die ersten Zeilen morgens um dich bewusst auf den Tag einzustimmen. Wenn ihr gemeinsam unterwegs seid, könnt ihr das Credo auch am Abend am Etappenziel vorlesen und teilen, welche Zeile euch an diesem Tag besonders berührt hat.
Sabine Petters
Pilgercredo
Ich glaube, dass A u f b r e c h e n verwandelt.
Dass jeder Schritt mich näher bringt - zu mir selbst, zu Weggefährten und zu dem Geheimnis, das größer ist als ich.
Gott, du Schöpfer unserer Welt.
Im Unterwegs-Sein beschenkst du uns mit Sonne, Wind und Regen, dem Duft der Blumen und dem Gesang der Vögel, dem Rhythmus von Tag und Nacht.
Du hast uns als Menschen zu deinem Ebenbild geschaffen.
Wir werden der Verantwortung gerecht, die Schöpfung zu bewahren.
Das möchte ich glauben.
Jesus, du Wegbegleiter. Vorbild und Ziel auf meiner Lebens-Pilgerreise.
Erinnerungen werden wach und du gehst mit.
Du bist auf Menschen zugegangen, hast geteilt und Liebe vorgelebt. Du bist gepilgert, auch zu den Menschen am Rande der Gesellschaft.
Du bist der Weg.
Das möchte ich glauben.
Heilige Geistkraft, du Quelle unseres Lebens, du Lebens-Begeisterin.
Ich entdecke meine Wurzeln, die mir Stand geben.
Du veränderst mich. Du schenkst mir Flügel.
Ich atme ein. Ich atme aus und lasse los. Lebensatem!
Mit jedem Atemzug werde ich durchlässiger. Heilung ist möglich.
Das möchte ich glauben.
Ich vertraue darauf, dass ich getragen werde von Gemeinschaft, von Liebe und Frieden.
Ich gehe hinein in die Antworten meiner Fragen.
Verändert, gestärkt und gewandelt
K o m m e i c h a n.
Amen.
Verfasserinnen: Sabine Petters, Felicitas Rohde-Schaeper, Ellen Nemitz
Kommentare