05/11/2026 0 Kommentare
LAUDATO SI' - 800 Jahre Franziskus von Assisi
LAUDATO SI' - 800 Jahre Franziskus von Assisi
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LAUDATO SI' - 800 Jahre Franziskus von Assisi
Fünf Tagespilgertouren von Juni bis Oktober durch die Weiten Vorpommerns mit insgesamt 78 Pilgern aus Nah und Fern und dem Sonnengesang des Hlg. Franziskus im Gepäck liegen hinter uns. Es war ein wunderschöner und erlebnisreicher Weg. Uns begleiteten das Leben, Wirken und der berühmte Sonnengesang des großen Heiligen.
Treffpunkt und Start war die Klosterruine des ehemaligen Benediktinerklosters Stolpe (gegr. 1153, mit großer Sicherheit auf den Spuren des Hlg. Ottos von Bamberg, wie auch die Wartislaw-Gedächtniskirche im Ort).
Die Biografie des Hlg. Franziskus, der auf Erbe und Karriere verzichtet und freiwillig zum Bettler wird, in Armut und ohne Eigentum und in Solidarität mit den Ausgegrenzten seiner Zeit lebt, der Gründer des Franziskanerordens, beeindruckte uns sehr und stimmte uns auf den Tag ein.
Aus seiner starken Gottverbundenheit wächst eine Hinwendung zu allen Geschöpfen. Jede Kreatur nennt er Schwester oder Bruder - was im Sonnengesang nachzuspüren ist.
Mit dem Lied "Vertraut den neuen Wegen..." ging es zur Fähre und wir setzten über die Peene. Viermal musste der gute Fährmann zweimal übersetzen – Zeit, um einander kennenzulernen.
Unser Weg führte uns durch ein Waldstück mit altem, gut erhaltenem Baumbestand, durch Wiesen und Felder bis zum Ortseingang Quilow.
An einer riesengroßen Eiche hörten wir von der Entstehung des Sonnengesangs und einmal den ganzen Text und sangen "Laudato Si'..."- den Lobgesang auf Gottes Schöpfung!
Am Ortseingang folgte der erste Vers: „Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, zumal dem Herrn Bruder Sonne, welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest. Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz: Von dir, Höchster, ein Sinnbild." Wir öffneten unsere Hände und siehe da, es geschah, dass (2 x) genau in dem Moment die Sonne lachte.
Wir zogen weiter durch den Ort, an der Kirche und dem Wasserschloss vorbei in den Wald, hielten am Eingang des Waldes inne und hörten die Verse Mond und Gestirne, Wind und Wetter. Schweigend und lauschend auf das, was uns umgibt, wanderten wir bis zu einem Biberkunstwerk, einem Steg über einem Gewässer und staunten über das Bauwerk.
Den Versen Wasser und Erde spürten wir nach, ein, zweimal auch barfuß.
Hlg. Franziskus: "Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch."
"Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter."
Wir hörten Kranich- und Vogelstimmen, Ende September auch Hirsche, weil ein Kenner unter uns war.
Im Oktober säumten viele Pilze unseren Weg.
Zurück am Wasserschloss gönnten wir uns eine kleine Pause. Danach pilgerten wir zur Dorfkirche - ein Kleinod.
Die kleine Kirche in Quilow wurde für uns vom treuen Küster geöffnet.
Die Verse zur Nachfolge, zum Tod und der letzte des Sonnengesangs:
"Lobt und preist meinen Herrn und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.", das gemeinsame "Vater unser im Himmel ..." und der Gesang "Erde, singe, dass es klinge, laut und stark dein Jubellied! ... Singt ein Loblied eurem Meister! ..." füllten die kleine Kirche. Bestärkt und beseelt traten wir den Heimweg zur Fähre an.
Am Peeneufer verabschiedeten wir uns mit den Worten: „Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens..."
Wir - Lothar, Christina, Johanna und Veronika -, bedanken uns bei allen Unterstützern und Pilgern. Es war wieder einmal ein beeindruckendes und tolles Erlebnis.
Und, was wir noch sagen wollten:
Die Enzyklika von Papst Franziskus "Laudato Si' - Über die Sorge für das gemeinsame Haus" 2015 nimmt Bezug auf den großen Heiligen.
"Vor allem die Schöpfungsberichte im Buch Genesis umreißen, dass sich das menschliche Dasein auf drei fundamentale, eng miteinander verbundene Beziehungen gründet: die Beziehung zu Gott, zum Nächsten und zur Erde. Durch die Anmaßung, den Platz Gottes einnehmen zu wollen, ist die Harmonie zwischen dem Schöpfer, der Menschheit und der gesamten Schöpfung zerbrochen. Das Vorbild des Heiligen Franziskus, mit allen Geschöpfen in Frieden zu leben, kann als Heilung dieses Bruches verstanden werden."
Veronika Seidel
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