Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 66-3

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 66-3

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 66-3

# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 66-3

Katholische Kinder und Jugend- Arbeit

TRADITION - Jugendhaus in AB (Alt Buchhorst)

Generationen von Jugendlichen, auch aus der Stralsunder katholischen Jugend werden sich an frohe Ferientage in Alt Buchhorst am Peetzsee erinnern. AB, so der Kurzname, hatte seinen Ruf, dem auch viele Jugendliche aus den unterschiedlichen Pfarreien aus dem Bistum Berlin folgten.

Aber von vorne: In bedrängter Zeit mit dem Aufstreben der Nationalsozialisten in der Mitte der 30. Jahre, schien es notwendig eigene Räume für die katholische Jugendarbeit zu schaffen. In ganz Deutschland machte sich hier die Quickborn-Gemeinschaft unter Leitung von Romano Guardini mit entsprechenden Aktivitäten einen Namen. Unter den Beförderern im Bistum Berlin, das erst kurz zuvor 1930 gegründet wurde, war der Kunststudent Rudolf Heltzel, der später die „Schutzmantelmadonna“ von Alt Buchhorst schuf.

Bild: Schutzmantelmadonna

AB
© Roland Steinfurth

Am Christkönigsfest 1933 wurde die Kapelle in AB geweiht und die drei Häuser ihrer Bestimmung übergeben. Seitdem hat die Einrichtung den Namen „Christian Schreiber Haus“. Der erste Berliner Bischof Christian Schreiber war wenige Monate zuvor verstorben. Es war weitsichtig während der Nazi-Diktatur dieses Haus zu haben, Pfarrjugend und Ministranten, Mädchenarbeit war ganz konkret nur auf kirchlichen Raum beschränkt.

Vieles war verboten worden, erst nach dem schlimmen II. Weltkrieg, als das Haus mehr oder weniger geschlossen war, änderte sich die Lage Ende der 40. Jahre. 1946 wurde das Haus nach mühevoller Wiederherstellung wieder eröffnet. Das Haus wurde wieder der Ort für die Jugend. Das Ordinariat in Berlin hatte viel an Kriegsschäden zu erledigen und so waren an Finanzen zur Unterstützung des Jugendhause nicht viel vorhanden. Der Neuaufbau das wieder Instandsetzen und Renovieren dauerte bis in die 50iger Jahre, war aber immer noch nicht abgeschlossen. In dieser Situation versuchte der damalige Bischof Wilhelm Weskamm jemanden zu finden, dem er die Aufgabe zum Ausbau des Jugendhauses übertragen konnte.

Er fand ihn in dem damaligen Kaplan von St. Adalbert / Berlin Mitte, unserem späteren Pfarrer Wolfram Lewicki.

Bild: Rektor Lewicki in AB

Brief des Bischofs: „Ich habe vor, Ihnen die Kuratie Alt Buchhorst zu Übertragen und vor allen Dingen die Sorge, um das Christian Schreiber Haus in Ihre Hände zu legen. …….. Um das Haus in dieser Hinsicht zu ordnen, werde ich Sie zum Rektor des Hauses ernennen und ihnen die Leitung und Verantwortung für die Arbeit im Haus übertragen. ……    „So wurde am 01.10. 1954 Wolfram Lewicki der erste Rektor des Jugendhauses.

Das ist dann die Zeit wo auch Jugendliche aus Stralsund mit dem Haus in AB-Bekanntschaft machten und den Rektor persönlich und in Aktion kennenlernten. (schön, wenn Gemeindeglieder hier Fotos und eigene Erinnerungen einbringen könnten) Der neue Rektor begann sogleich mit der Ordnung und Neueinrichtung des Hauses, wobei er seinen großen Ideenreichtum einbrachte und vielen Dingen seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückte. Neben der Seelsorge für die Jugendlichen (zeitweise war er auch Diözesan-Jugendseelsorger für den Ostteil des Bistums) und die Gemeinde war er unentwegt bemüht, die teilweise sehr maroden Häuser mit den wenigen Mitteln instand zu setzen und für eine gute Jugendarbeit auch die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen. Für diese Aufbauarbeit konnte er viele Helfer begeistern, so dass das „Christian Schreiber Haus“ in dieser Zeit sein Gesicht sehr veränderte und seiner Bezeichnung Jugendhaus alle Ehre machte.

KURZINTERVIEW – Pfarrer Wolfram Lewicki

Welche Farbe würden Sie ihrer Zeit in AB zuordnen und welche Gefühle verbinden Sie damit?

Rot und gelb; Gartenmöbel

Welche Menschen haben Sie besonders beeindruckt, bewegt oder beeinflusst?

Alle treuen Helfer

Was war im Christian Schreiber Haus Ihre größte Sorge?

Gottes Segen

Und Ihre größte Freude?

1962 – die Beschlagnahme-Abwende

Welche Situationen empfinden Sie rückblickend als besonders prägend?

Jeder Besuch

Was war für Sie die wichtigste Veranstaltung in AB?

Benediktion der Wallfahrtskapelle 13.08.1957

Welches war Ihre eigene wichtigste Entscheidung in Bezug auf AB?

Beginn des Wiederaufbaus

Spielt das Jugendhaus jetzt in Ihrem Leben noch eine Rolle?

Im täglichen Memento

Was möchten Sie den Jugendlichen auf den Weg geben, die heute in dieses Haus kommen?

Sehen – Urteilen - Handeln im Heiligen Geist

Ganz in der Tradition der Nationalsozialisten stehend ließ auch die DDR weiterhin keine Jugendarbeit in katholischen Verbänden zu. Es gab die Einheitsorganisation „Frei Deutsche Jugend“, in die auch die jungen katholischen und evangelischen Christen gedrängt wurden. Wer da nicht mitmachte, hatte mit Repressalien, Behinderungen bei der Berufswahl und Studienverbot zu rechnen. Dies kennen unsere älteren Gemeindemitglieder aus eigenem Erleben.  

(In der Episode 43 in dieser Reihe kann man nachlesen, wie unser damalige Pfarrer Georg Ketz uns Jugendlichen Eigenverantwortung zu unserer ersten AB-Fahrt im Sommer ins Christian Schreiber Haus übertrug.)  

AB
© Roland Steinfurth

Unser erstes Kennenlernen des Hauses in AB fiel in die Zeit als Helmut Gräfe dort Rektor war. Es war die große Zeit des Umbaus dort, jede Hilfe und jeder Helfer wurde gebraucht. Zwei Stralsunder katholische Jugendliche, die in dieser Zeit, wenn es ihnen möglich war zum Aufbaudiakonat in AB waren sind besonders zu erwähnen. Zum einen Martin Lebek, zum anderen Günther Wagner. Ihre Freizeit gehörte dem Christian Schreiber Haus.

Das Diakonat ein ehrenamtliches Helferteam mit einer sehr langen Tradition. Für die umfangreiche Bauvorhaben konnten oft keine Firmen gefunden werden. Die Diakonats Helfer mit ihren unterschiedlichen Berufen konnten da oft weiterhelfen. Sie kamen aus allen Gemeindeteilen unseres Bistum Berlin. Bis zum August 1961 auch aus den Westberliner katholischen Gemeinden, dem wurde durch den Mauerbau in Berlin ein abruptes Ende gesetzt.

Für die Jugendlichen aus den zur DDR gehörenden Gemeinden im Bistum Berlin gab es ab 1964 auch die Möglichkeit eine Woche der Herbstferien im Oktober in AB zu verbringen. Ein Jahr, es war 1969 ist da besonders im Gedächtnis geblieben. Wir waren, wenn ich richtig erinnere, 4 Jungen aus Stralsund die sich nach AB auf den Weg gemacht haben. Ferien waren um den 7. Oktober herum, in unserer mitgebrachten „Kofferheule“, (Batterie betriebenes Kofferradio) kam die Meldung – die „Rolling Stones“ spielen auf dem Springer Hochhaus in Westberlin! Die Gelegenheit kommt nicht wieder! Eigentlich sollte das Gelände des Jugendhauses in AB nicht verlassen werden. Was wir dem Rektor als Argument vorlegten und er uns auch nach Berlin für den einen Tag fahren ließ, kann ich nicht mehr sagen. (einen schwer erkrankten Freund besuchen- Notlüge) Ich weiß nur das es uns, Rainer Heidenreich und mir mit Unterstützung von Kursteilnehmer Michael Pietrus dem späteren Pfarrer von Greifswald genehmigt wurde. Der S-Bahn Verkehr von Erkner wurde am Morgen noch nicht kontrolliert. Wir fuhren bis „Unter die Linden“, ab dort gab es kein Durchkommen in Richtung Springer Hochhaus. Es dauerte eine Weile bis bei den meisten ankam, daß das ganze nur ein Gerücht war. 

(Im Herbst 1969 geisterte ein Gerücht durch die DDR: Die Rolling Stones sollten am 7. Oktober ein Konzert auf dem Dach des Axel-Springer-Hochhauses spielen – in unmittelbarer Nähe zur Staatsgrenze der DDR. Das Ganze war tatsächlich nur ein Gerücht, doch Partei und Stasi wollten nicht tatenlos zusehen, wie sich die DDR-Jugend ausgerechnet zum 20. Jahrestag der Staatsgründung westlicher Rockmusik zuwendete.) 

Bild: Springer Hochhaus von Ostberlin in Sicht-und Hörweite

 

Eine andere Kurzepisode fällt in die Zeit als Pfarrer Richard Rupprecht in AB-Rektor und Jugendseelsorger war. Es war im Sommer 1972 mal wieder Mädchenfreizeit der Norddekanate in AB angesagt. In dieser Zeit wurden die Geschlechter noch streng getrennt. Es war unsere pubertäre Phase. Wie schon in der Stones-Geschichte dachten Rainer Heidenreich und ich man könne ja auch unangemeldet zum Arbeitsdiakonat anreisen. Der neue Rektor, den wir noch nicht kannten, wird schon eine Möglichkeit finden. Gesagt getan, losgetrampt und auch gut angekommen. Ja, aber leider waren die Dachunterkünfte zum Arbeitsdiakonat mit Jugendlichen schon alle voll belegt.

Doch der Rektor genehmigte uns, einen Bungalow auf dem Wassergrundstück zu beziehen. Zwei Tage durften wir bleiben. Vielleicht wären ein paar Tage mehr möglich gewesen, doch einige Mädchen waren mehr bei uns im Bungalow als bei ihren Gruppenarbeiten und das fiel wohl auf. Trotz allem eine erzählenswerte Erinnerung.

AB
© Roland Steinfurth

Das Jugendhaus war immer ein Anlaufpunkt. Als dann 1982 unser ehemalige Kaplan Bernhard Grönwald Diözesan Jugendseelsorger wurde, noch ein Grund mehr.

(In der Episode 57 wird über die Kaplans Zeit von Bernhard Grönwald in Stralsund berichtet. Im Nachgang wurde uns folgende Episode vom Schwager Bernhard Grönwalds, dem Pfarrer Christoph Behrens zugesandt.)

Zeit mit Ewigkeitswert (im Gedenken an Bernhard Grönwald)

Bischofswerda. Wie die Begegnung mit einem Wachkomapatienten aus der eigenen Familie seine Osterhoffnung stärkte, hat der Bischofswerdaer Pfarrer Christoph Behrens in einem Brief an seine Gemeinde erzählt: „Ich bin froh, seid ihr es auch!“, das waren die letzten Worte, die Johannes Paul II. für seine Mitarbeiter aufschrieb. Es ist wie ein Vermächtnis an uns alle. Wir sprechen vom Osterglauben und Wissen, es ist nur ein Stammeln. Die Tiefe der Erfahrung öffnet sich im Leben, das wir annehmen und hinter dem wir den direkten Weg zu Gott erkennen, der das Leben ist.

Mein schönstes Ostererlebnis durfte ich in der Osterwoche am Krankenbett meines Schwagers Bernhard erleben. Ein wenig Herzklopfen hatte ich schon, als ich mich auf den Weg nach Köln machte und keine Ahnung hatte, wie Hedwig mit ihrem Mann zurechtkommt, jetzt nach fünf Monaten Wachkoma. Meine Schwester, eine kleine zierliche Person, hatte sich entschlossen, ihren Mann nicht mehr im Krankenhaus zu lassen, sondern ihn zu Hause zu pflegen. Dienst 24 Stunden am Tag, auch nachts schläft sie bei ihm, um ihn immer wieder zu drehen. „Du kannst mir helfen, Bernhard wieder ins Bett zu bringen“. Sie ließ ihn kniend vor dem Rollstuhl auf ihre Schulter fallen. „Pass auf, dass die Trachialkanüle frei bleibt, ich kann das jetzt nicht sehen und dann steig auf das Bett, versuch jetzt Bernhard am Hosenboden zu fassen und auf „drei“ zu dir zu ziehen!“ Ihre Kommandos waren präzise, und ohne Kraft und Anstrengung lag Bernhard wieder im Bett. Was ist eigentlich 

Wachkoma? Hedwig sagt, es sei ein Leben mit einer anderen Qualität. Was Qualität ist, muss jeder für sich entscheiden. Für sie ist alles wertvoller geworden. „Warum muss das gerade mir passieren“, diese Frage stand nie für sie. Natürlich hat sie anfangs keine Informationen an sich herangelassen und versuchte einfach mit der Krankheit ihres Mannes zu leben, erst später kam der Schock bei der Lektüre im Internet, Schock, aber keine Angst. Was bleibt für eine Hoffnung, wenn die Ärzte sagen, dass die Reanimationsschäden am Gehirn unwiderruflich sind? Es ist zunächst die Freude, dass Bernhard überhaupt lebt, das Glücksgefühl, jeden Morgen mit ihm wieder anzufangen und alles zu versuchen, was nur möglich ist. Sie ist keine „Quasselstrippe“, jedoch hat es mich gewundert, dass sie den ganzen Tag mit Bernhard spricht, gemeinsam Musik und die Nachrichten hört und ihm den Zeitungsartikel über Terri Schiavo vorliest. „Nein, ich habe keine Angst, dich lass ich nicht verhungern ... “.

Die leisesten Bewegungen sind ein riesiger Erfolg. Mit wachen Augen schaut sie den Physio- und Ergotherapeuten über die Schultern, um in jeder günstigen Minute Bernhard zu fördern. Ich konnte ihr ein paar Tipps zur Bewegung im CranioSacral-Bereich des Körpers geben. Sie hat diese Methode sehr schnell begriffen und war überwältigt über die Erfahrung, die sie damit selbst machen konnte. Denn der wichtigste Kontakt geschieht über die Berührung, in der sich alles zeigt: Die Einstellung zum Leben, der Glaube an die Zukunft, die Hoffnung gegen alle Vernunft, die Liebe. „Es gibt so viel zu entdecken ... , ich habe Bernhard ganz anders kennen gelernt ... “ Das sind Worte, die immer wieder von ihr zu hören sind. Probleme bereiten ihr eher nicht so begnadete Sprüche von Außenstehenden: „Vergiss nicht an dich selbst zu denken, hast du auch einen guten Arzt ... irgendwann kommt auch für dich mal der Zusammenbruch ... “

Das sind die Standardprobleme der Nichtbetroffenen, sie hat Nachsicht und weiß, dass auch sie lernen musste, eingeschränkt zu leben, aber heil. Sie verspürt keinen Verlust, weil der Gewinn überwiegt. Vieles ist unwichtig geworden. „Mach dir keine Sorgen, uns geht es gut, wir haben Zeit ohne Ende." Das sagte Hedwig mir zum Abschied. Ist es die Zeit, die hineinragt in die Ewigkeit, weil hier ein Mensch ungebrochen an das Leben glaubt? Zurück im Alltag der Gemeinde bin ich voller Hoffnung, dass wir durch das Geschehen um den Papst oder eine persönliche Erfahrung mit dem Leid, die gegenwärtig Betroffenen besser in den Blick nehmen. Dass wir den „Durchblick“ gewinnen für das kostbare Gut des Lebens, das zunächst in uns, letztlich aber doch ganz und gar in der Hand Gottes der Vollendung entgegen lebt.

Autor: Christoph Behrens- Pfarrer Bistum Dresden/Meißen

In die Zeit von Kaplan Bernhard Grönwald als Diözesan Jugendseelsorger fällt auch die Einrichtung einer vorpommerschen Außenstelle des Jugendhauses. Die Pfarrei Sankt Christopherus Damgarten gehörte zu dieser Zeit noch zum Bistum Berlin. Sie hatte keinen Pfarrer und wurde seelsorglich vom residierenden Pfarrer in Barth mitversorgt. Das Pfarrhaus in Damgarten stand leer, in der Kirche wurde nur nach Möglichkeit Gottesdienst gefeiert, so wurde die Idee geboren dort eine Außenstelle des Jugendhauses von AB zu schaffen und durch Kaplan Bernhard Grönwald auch verwirklicht. Er fand mit dem Ehepaar Barbara und Heinrich Grimm auch Hauseltern, die in dieses Projekt mit einstiegen. Einige Jahre fanden Jugendliche zu Ferienzeiten hier ein zu Hause. Das Besondere an Damgarten war, es waren immer kleine überschaubare Gruppen, durch die Begrenzung der Schlafgelegenheiten. Später gab es eine kirchenpolitische Umstrukturierung, so dass die Gemeinde Damgarten ins Erzbistum Hamburg eingegliedert wurde. Die Doppelstadt Ribnitz-Damgarten hatte in ihrem mecklenburgischen Teil in Ribnitz gerade eine neue Kirche gebaut so war der vorpommersche Teil in Damgarten nicht mehr unbedingt notwendig zu erhalten.  Die Kirche wurde 2001 profaniert, das bewegliche Inventar erhielten andere Kirchen. Seit 2008 befindet sich in der ehemaligen Kirche die Stadtbibliothek. Das frühere Pfarrhaus ist heute evangelische Kindertagesstätte „Sonnenblume“.

AB
© Roland Steinfurth

Zurück zum Jugendhaus in Alt Buchhorst, noch einige Bekannte machen sich im und am Haus zu schaffen, machen es mit Unterstützung ganz vieler Helfer zu dem, was es geworden ist. Kapläne, die bei uns im Norden des Bistum Berlins ebenfalls Station gemacht haben, tauchen in den Analen des Hauses auf.  Zum Beispiel Pfarrer-Monsignore Martin Pietsch, der von 1984 bis 1986 Hausleiter in AB war. Er als Ordinationsrat ist Mitglied im Berliner Domkapitel. Dann ist da noch Pfarrer- Monsignore Stefan Friedrichowicz, den wir als Pfarrer von Barth und Damgarten kennen, inzwischen ist er nach seinem Dienst als Gefängnisseelsorger, auch einer der Domkapitulare in St. Hedwig in Berlin. Er war Rektor des Hauses von 1987 bis 1990.  Einen dürfen wir nicht unterschlagen: Pfarrer Clemens Pullwitt, bei uns war er an unterschiedlichen Stellen tätig. So war er Pfarrer in Damgarten, in Barth und in Demmin. Leider ist er 2026 viel zu früh gestorben- gedenken wir seiner. Sein Dienst als Hausleiter in AB von 1991 bis 1994 hatte Wende-Ambitionen. Unser in Stralsund geborener Pfarrer Arnd Franke, hat auch seinen Anteil am Werden dieses Hauses, es ist nicht unerheblich. Er ist im Christian Schreiber Haus Rektor von 2003 bis 2005 Und gleichzeitig Diözesanjugendseelsorger. Heute ist er Pfarrer und Probst in der Gemeinde Peter und Paul in Potsdam.

Wurzel

Wenn es heute, mit über 80 Jahren immer noch sehr jung erscheint, liegt das sicher nicht nur an den Verjüngungskuren, die es baulich erfahren hat. Vielmehr sind es wohl die jungen Menschen, die nach wie vor sich in diesem Haus sammeln um alternativ zum Zeitgeist nicht allein Spaß suchen, sondern nach der Mitte unseres Seins, nach unserem Woher und Wohin unseres ganz einmaligen persönlichen Lebens. Und was uns hilft auf diesem Weg und welchen Proviant wir finden können……

Ich bin bleibend voller Dankbarkeit, dass es diesen Ort in meinem Leben gab. Er hat mir das Treffen mit meinen Altersgefährten ermöglicht, ich konnte für meinen persönlichen Glauben neue Worte und Bilder entdecken. Christliche Hoffnung und christliches Leben wurde mir auch und besonders hier, in diesen Gemeinschaften, in der Begegnung mit erwachsenen, zum Teil charismatischen, Begleitern ein Bedürfnis. AB war für mich auch eine Insel in einer aggressiven und dem kirchlichen Leben feindlich gesonnenen staatlich geprägten Umwelt.

AB ein Ort für junge Menschen, zur Orientierung und Wegfindung, der Fröhlichkeit und unvergesslicher Begegnungen. Dazu braucht es wohl vor allem, dass Gottes Segen weiter auf diesem Haus ruht.

Martin Patzelt – Oberbürgermeister Frankfurt/Oder

 

Sollte es aus ihrer Erinnerung, liebe Leser noch AB-Geschichten geben, hier sind Sie richtig, um erzählt zu werden. Noch heute ist AB ein Ziel für viele Jugendliche. Andere Zeiten, andere Geschichten!

Heute

Das Christian-Schreiber-Haus in Altbuchhorst ist die Kinder- und Jugendbildungsstätte der katholischen Kirche im Erzbistum Berlin. Es hat eine Kapazität von 89 Betten und ermöglicht den Gästen die Teilnahme an der Gemeinschaftsverpflegung (bis zu vier Mahlzeiten). Auf sechs Etagen mit insgesamt 36 Zimmern, einer Aula und insgesamt zehn weiteren Gruppenräumen können bis zu sechs Gruppen parallel beherbergt werden. Für Kinder und Jugendliche bietet das Hausteam zudem in eigenen Veranstaltungen Bildungs- und Freizeitangebote, zahlreiche Workshops und die Nutzung eines weitläufigen Außenbereichs mit vielen Freizeitmöglichkeiten.

Aber nicht nur Kinder und Jugendliche nutzen dieses Haus. Jährlich gibt es hier die Ministranten Wallfahrt des Bistums, die jährliche Familien-Wallfahrt ist auch ein Höhepunkt und nicht zu vergessen, die Wallfahrt für alle Senioren im Bistum, nach AB. Für die zu diesen Wallfahrten Mitgereisten, unvergessliche Erinnerungen mit so vielen Gleichgesinnten zu feiern und Gottesdienst zu halten. Auch Stralsunder Minis und Senioren waren oft dabei. Auch an zwei Aufführungen bei Familien-Wallfahrten mit unseren Theaterstücken „Bischof Otto“ und „Thomas Morus“ in AB möchte ich erinnern. Sollte es zu diesen Fahrten noch Erzählenswertes geben, hier kann man seine eigene Geschichte dazu erzählen. 

 

 

Überarbeitet Roland Steinfurth

Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund

Pfarrei Sankt Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin

Katholisches Erzbistum Berlin

Das hier berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich Willkommen.

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Katholische Kirchengemeinde Pfarrei St. Bernhard Stralsund/Rügen/Demmin • Frankenstr. 39 • 18439 Stralsund

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