Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 65-2

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 65-2

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 65-2

# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 65-2

SUNDISCHE KATHOLISCHE TRADITION III.

ALTENTAG (Seniorenadvent)

TRADITION – Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit bis zur Pfarrei Sankt Bernhard   

„ALTENTAG“ Im Advent

© Roland Steinfurth

Im Dezember wird wie in jedem Jahr in unserer Gemeinde der Alten Tag gefeiert. Diese Tradition gibt es schon unter den Pfarrern Georg Ketz und Wolfram Lewicki, Reinhold Janiszewski, Andreas Sommer und nun auch weiter unter Pfarrer Johannes Schaan.

Viele haben sich auf diesen Tag mit kleinen Stücken, Liedern und Gedichten vorbereitet. Von denen für die das heute passiert, haben auch schon einige vor Jahren selbst für die damaligen Senioren auf der sehr provisorischen Bühne gestanden, im Pfarrsaal oder in der ersten Etage unserer katholischen Schule am Frankenwall.

Schon jetzt ein dickes Dankeschön dafür. Kinder, Jugendliche und Erwachsene möchten ihren lieben Senioren, einen ganz besonderen Tag bereiten. Auch für Gespräche und Singsang wird es ausgiebig Zeit geben. Wieviel Zeit nehmen wir uns eigentlich für unsere Senioren.

VERSTÄNDNIS ZU ZEIGEN,

für den stolpernden Fuß und die lahme Hand.

ZU BEGREIFEN,

auch die Ohren müssen sich anstrengen muss, um alles aufzunehmen, was gesprochen wird.

ZU WISSEN,

daß die Augen trüb und die Gedanken träge geworden sind. Mit freundlichem Lächeln zu verweilen, um ein wenig zu plaudern. Niemals sagen: Diese Geschichte haben Sie mir heute schon zweimal erzählt.

ZU VERSTEHEN,

Erinnerungen an frühere Zeiten wachzurufen.

ERFAHREN      

Zu lassen, daß man geliebt, geachtet und nicht alleingelassen ist.

DIE GÜTE     

Zu haben, die Tage, die noch bleiben auf dem Wege in die ewige Heimat, zu erleichtern.

ALTENTAG JANUAR 1996

© Roland Steinfurth

Es ist doch noch gar nicht lange her, daß meine Eltern beim Altentag waren und daß wir Jüngeren mit Trabbi, Wartburg und Lada unsere älteren Leutchen hin und zurück gefahren haben. Und jetzt bin ich schon selbst ein Alter und damit legaler Teilnehmer am Altentag. Hier im Bild, Zwei die immer etwas beim Altentag in froher Runde vorzutragen hatten. Herbert Fenske und Rudi Luschtinetz!

Notizen: Die Pfarrer (Lewicki + Janiszewski) begrüßten jeden Senior mit persönlichem Handschlag und einem „Grüß Gott“. Mit einer Andacht und gemeinsam gesungenen Adventsliedern ging es weiter, bis dann das große Kaffeetrinken angesagt wurde. Von Vielen Gemeindemitgliedern gebackenen, gab es ein Kuchenangebot, wie es alle Bäckereien der Stadt nicht besser hätten liefern können. Und fleißige jüngere Frauen schenkten Kaffee ein, soviel wie jeder haben wollte. Wir waren etwa 150 Senioren. Dann gab es Kulturprogramm. Eröffnet wurde es von den jüngsten Gemeindemitgliedern,

Kindergartenkinder von „Marienkrone „haben für uns getanzt und gesungen.  Wir waren begeistert und dachten wohl auch zurück an die Zeiten, wo unsere eigenen Kinder in diesem Alter waren. Dann kamen ganz junge Musiker mit ihrem Dirigenten, Regisseur Herrn Hammer auf die Bühne. Einfach klasse!

Nächster Beitrag war ein Adventspiel und ein Gedicht, vorgetragen von unserer Pfarrjugend.

Weiter ging es mit lustigen Geschichten in schlesischer Mundart, vorgetragen von Herrn Fenske. Der Sudetendeutsche Heimatchor, obwohl nur mit halber Besetzung, riskierte einen Einsatz und sang die heimliche Nationalhymne aller Schlesier und Sudetendeutscher, das Riesengebirgslied „Blaue Berge, grüne Täler“.

Heimaterinnerungen, der Pfarrer gab allen noch Gottes Segen mit auf den Heimweg. Unsere Dankbarkeit verdienten sich alle Organisatoren und Helfer, die Kuchenbäcker, Kaffeekocher, Abwäscher, Aufräumer, und Autofahrer. Diese hilfsbereiten Gemeindemitglieder haben uns alten und vielleicht auch einsamen Menschen drei schöne Stunden in fröhlicher Gemeinschaft bereitet.

Franz Ronefeld        

EIN SENIOR ZUM JAHRESWECHSEL

Es ist doch so, ihr treuen Christen;

Wenn wir nicht ganz sicher wüssten,

daß wir in den Himmel kommen,

da hätten wir`s Leben noch schwerer genommen.

Doch weil wir wissen, wir kommen hinauf,

da nehmen wir manchen Kummer in Kauf

und freuen uns über jeden Tag,

den uns der Hergott noch schenken mag.

So gehen wir auch mit Zuversicht

Ins Neue Jahr. Und wir fürchten uns nicht.

Was auch bricht- über uns herein,

der liebe Gott wird uns gnädig sein.                                     

  Franz Ronefeld    

Der Altentag 1997

Auch in diesem Jahr wurden die Senioren unserer Gemeinde zum Altentag in das Auditorium Maximum der Fachhochschule eingeladen. Viele aus der Stadt und aus der Umgebung waren gekommen oder sind gebracht worden und hatten an den vier langen, weihnachtlich gedeckten Tafeln Platz genommen. Sehr erfreulich ist, daß sich zunehmend auch Behinderte wie zum Beispiel Rollstuhlfahrer in unserer Mitte wohl fühlen.

Nachdem unser Pfarrer Janiszewski alle Anwesenden mit herzlichen Worten begrüßt, ein Gebet gesprochen und angenehme, frohe Stunden gewünscht hatte, wurde zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Wie immer gab es ein leckeres, selbstgebackenes Kuchenangebot, das an Vielfalt und Güte wahrlich nichts zu wünschen übrigließ. Man langte tüchtig zu, probierte dieses und jenes Stückchen, während uns die fleißigen Helferinnen mit Kaffee bedienten. Nach der Kaffeetafel begann ein umfangreiches Programm.

Die Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen sangen und spielten sich in die Herzen der alten Menschen. Gerade sie und die anderen kleinen Musiker werden immer mit besonderem Wohlwollen und Applaus bedacht. Es sind doch so viele Omas und Opas im Saal, die die Daumen drücken, daß alles funktioniert. Beeindruckt hat sicher auch das Martinsspiel, das von Kindern und Erwachsenen aufgeführt wurde.

Hier muß unbedingt die hervorragende, spielerische Leistung von Herrn Fischer erwähnt werden. Ein Berufskünstler hätte den armen Bettler nicht besser darstellen können.

Hörenswert die vielen instrumentalen Darbietungen von Kindern im Vorschul- und Schulalter, von Jugendlichen und Erwachsenen unter der leitenden Hand von Frau Schreiber und Herrn Hammer. Die Pfarrjugend versuchte mit humorvollen Beiträgen die Senioren zum Schmunzeln zu bringen. Mitglieder des Sudetendeutschen Heimatchores, selbst schon im Altentagsalter, sangen Lieder, die zum Teil mitgesungen werden konnten. Wer ein Weihnachtsgeschenk suchte, konnte vielleicht das Richtige im Basar finden und erwerben.

Vieles wäre noch zu erwähnen - alle haben gemeinsam gesungen. Mit einem Lied fand der Nachmittag seinen Abschluss.

Danken möchten wir letztendlich allen fleißigen Helfern, die in irgendeiner Weise bei der Durchführung geholfen oder zum guten Gelingen des Altentages beigetragen haben. So wurde uns alten manchmal einsamen Menschen Freude und Gemeinsamkeit geschenkt. Mit dem Segen unseres Pfarrers ging es nach Hause. Vielen Dank!

Maria Steinfurth

ZUM ALTENTAG 98

© Roland Steinfurth

…… Zuerst freundliche Begrüßung durch Pfarrer Janiszewski, dann ein gemeinsames Lied und danach Gedichte.-…….Der Pfarrer erzählte uns, was Ahnenforscher über den Stammbaum von Jesus Christus aufgeschrieben hatten,  …..das Programm ging weiter: die Kleinsten von „Marienkrone“ begannen schon ganz traditionell, gefolgt von

musizierenden Musikschulkindern. ….die Mädchen mit ihrem Chor „Pusteblume“, Was Karina Jungen, Klemens Lange und Tobias Wenzel dann fabrizierten, diese Nummer hätte auch im Friedrichstadtpallast eingeschlagen …… Dann als Kontrast nach diesen jungen Stimmen, die etwas älteren Sängerinnen und Sänger des Sudetendeutschen Heimatchores, ….  

Abschließend die große Danksagung durch den Pfarrer, …. Für die Caritasfrauen, die vielen Kuchenbäcker, die Transporteure, … die Ein und im Anschluss noch tätigen Abräumer, ……alle Kita Beteiligten, Kinder, Eltern und Erzieher, …den Musikanten aller Altersgruppen. „Der liebe Gott hat alles gesehen und in die himmlische Kartei unter der Rubrik „Gute Werke“ eingetragen.                 

Franz Ronefeld       

Hier ein paar gereimte Verse von Herrn Franz Ronefeld:

Vom Herrn Pfarrer hatte ich mir er beten, hier einmal öffentlich aufzutreten                                                                      und so bekam ich das amtliche Mandat für ein ausführliches Referat.                                                                                       Also werde ich jetzt meines Amtes walten und hier eine lange Rede halten.                                                                       Auf dass sie zur heutigen Festlichkeit passt, habe ich alles in Verse gefasst.                                                                        Zuerst will ich meine Freude bekunden, dass Ihr den Weg habt, hierher gefunden                                                           denn wer hätte wohl den Saal hier gefüllt, wer hätte den Kaffeedurst sich gestillt,                                                               wer hätte wohl den Kuchen verzehrt, wenn Ihr nicht so zahlreich gekommen wärt?                                                        Auch die Künstler aller Altersklassen kann man nicht für sich selbst singen lassen,                                                         sie brauchen Publikum und Applaus, drum freun wir uns über ein volles Haus.                                                                Schönen Dank also, dass Ihr von weit und breit, alle so brav hier erschienen seid.                                                                    Als nächstes wünsch ich Euch Spaß und Vergnügen, am Tisch sollt Ihr freundliche Nachbarn kriegen                  damit Ihr Euch viel erzählen könnt, über alles, was auf der Seele brennt.

Doch bitte ich, nicht jammern und stöhnen, sprecht heute nur von Gutem und Schönem                                          und statt von Krankheit und Unpässlichkeit erzählt einen Schwank aus der Jugendzeit.                                                    Und so verschieden uns're Herkunft auch ist und dass alte Heimat man nie vergisst                                                     wir haben neue Gemeinschaft gefunden, wir fühlen uns alle hier eingebunden                                                                            und wenn man uns diese Frage stellt: Es ist die Kirche, die uns zusammenhält.                                                               Der liebe Gott wird zu uns herunter seh'n und sich freun, dass wir uns so gut versteh'n.                                         Natürlich wäre es heute auch sachgerecht, wenn Ihr zwischendurch mal vom Alter sprecht                                     und dass wir uns alle fest vorgenommen, am Ende auch in den Himmel zu kommen.                                                       Doch mit dem Termin soll man's nicht übertreiben, erst woll'n wir noch 'ne Weile hier unten bleiben.                  Um noch viele Male, so möchte ich meinen, zu so einem Alten-Tag hier zu erscheinen,                                                  den uns mit all den guten Gaben viel freundliche Helfer bereitet haben.                                                                              Und jetzt halte ich Euch nicht weiter auf, ich wünsche uns allen einen guten Verlauf                                                      für diesen Tag in dieser Runde und hinterher soll als frohe Kunde                                                                                            die einstimmige Meinung besteh'n: Unser Alten Tag war wieder - wunderschön!     

Franz Ronefeld

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, liebe älteren und jüngeren Senioren der Gemeinde, es gibt ja auch noch andere TRADITIONEN in der Seniorenarbeit, in der so mancher von Ihnen dabei war.

Hier könnten schöne Episoden daraus entstehen. Ich denke da an die Fahrten zur Bistums-Seniorenwallfahrt nach Alt Buchhorst, die Fahrten zu den unterschiedlichen Katholikentagen und berühmten Wallfahrtsorten in Deutschland oder die jährlichen Mehrtagesreisen der älteren Senioren und nicht zuletzt die öfter im Jahreswechsel unternommenen Tagesfahrten.

Auch die Heimatlichen Zusammenkünfte und das gemeinsame Grillen waren und sind solche Anlässe. Bei solchen stattfindenden Seniorentreffen ist es möglich sich noch einmal zurückzuerinnern. Dies ist dann, wenn gewollt und möglich festzuhalten, um in dieser Serie als Episode erscheinen zu können.

Also liebe Senioren, ich hoffe auf Sie. Unser Gemeindeleben über 250 Jahre ist so wertvoll und interessant, dass es einfach festgehalten werden sollte.

Sollten noch Bilder von Veranstaltungen in der Seniorenarbeit unter den Pfarrern Georg Ketz und Wolfram Lewicki, Reinhold Janiszewski oder Andreas Sommer, sowie der vielen bei uns in der Gemeinde tätigen Kapläne existieren, hier finden sie eine dankbare Leserschaft.

Im Gedenken an Franz Ronefeld, verstorben 2022   

und Maria Steinfurth, verstorben 2020

Überarbeitet Roland Steinfurth

Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund

Pfarrei Sankt Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin

Katholisches Erzbistum Berlin

Das hier berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich Willkommen.

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