31/07/2026 0 Kommentare
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 64-3
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 64-3
# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 64-3
Sundische Katholische Tradition HIDDENSEE – GESCHICHTEN TEIL 3
Die Mönche und die Einheimischen
Die Einheimischen, Sie waren arme und einfache Leute. die man nicht fragen mußte. Wer machte sich zu der Zeit schon Gedanken darüber, daß auch sie Land bebauen und im Wasser fischen wollten? Durften auch sie Holz im damals noch dichtbewaldeten nördlichen Teil der Insel sammeln und eventuell auch ihre Schweine zur Mast in den Wald treiben? Kein Wunder also, daß sie so nachdrücklich an dem vielzitierten zweideutigen Strandrecht festhielten, um wenigstens ab und zu ein unverhofftes Zubrot zu bekommen.
Das Dorf Grieben wird zur Zeit der Klostergründung schon erwähnt. Es gilt als die älteste Hiddenseer Siedlung. Aber auch dieser Ort unterlag mit seinen etwa 8 Häusern und den vielleicht 50 dazugehörenden Menschen landesherrlichen Ansprüchen, die durch einen damaligen Vogt geltend gemacht wurden.
Im Süden der Insel muß es auch eine Siedlung gegeben haben, denn beim Bau, der schon mehrfach erwähnten kleinen Kirche dort wurde, gesagt, daß sie Pfarrkirche für die ansässigen Fischer und dort an Land kommende Seefahrer sein sollte. Vielleicht gab es im südlichen Teil des heutigen Neuendorf schon recht früh eine Siedlung.
Bis in unsere Zeit hinein wird dieser Dorfabschnitt von den Neuendorfern Plogshagen genannt. Dieser Name bürgerte sich wahrscheinlich aber erst Jahre nach der Klostergründung ein, als deutsche Siedler ins Land geholt und dort angesiedelt wurden. Das Dorf Neuendorf, das neue Dorf, entstand erst geraume Zeit nach der Ankunft der Mönche. Vielleicht sind die Bewohner des Dorfes Glambek, das südlich der Heiderose seinen Platz gehabt hatte, weitergezogen und in Neuendorf sesshaft geworden. Von Glambek existiert keine Spur mehr. Nur das in dieser Gegend liegende Wiesenstück wird noch die "Glambeksche" genannt.
Wo werden noch Hiddenseer gewohnt haben? Natürlich in der Nähe der "Vitt" (heute Vitte), in der man Fisch an Land brachte und mit einfachen Methoden weiterverarbeitete. Vitt als Name für Fischumschlagstellen gibt es auch in anderen Gegenden an der See. In Vitte wohnten verhältnismäßig viele Menschen.
Die langen Ausdehnungen von Süder- und Norderende weisen noch heute darauf hin. Die Bewohner lebten vornehmlich vom Fischfang, wie auch die Bewohner des südlichen Teils der Insel. Im Norden Hiddensees konnte man sich vom Ackerbau ernähren. Auch die Mönche von Kloster sollten vor allem mit Landwirtschaft, die ihnen auferlegte Handarbeit erfüllen.

Ja, der Ort Kloster - er existiert eigentlich erst seit der Zeit der Reformation, als die Aktivitäten des Klosters aufhören mussten, die Klostergebäude allmählich verfielen und die Mönche nicht mehr auf der Insel waren. Wie viele Gebäude in Kloster den Ort ausmachten und wie viele Menschen da wohnten, ist nicht klar. Viele waren es nicht. In einem Buch aus dem Jahre 1730 kann man lesen, daß vorerst nur ein Verwalter in einem Amtshaus in Kloster lebte, ein Müller mit seiner Mühle, ein Schmied und der Pastor. Von Anfang an existierte auch ein Wirtshaus (Krug). Später kamen wenige weitere Gebäude dazu. Richtigen Ortscharakter erhielt Kloster erst in unserem Jahrhundert.
Nachzutragen bleibt, daß es wohl schon zu Zeiten der Klostergründung ein Fährhaus auf der Fährinsel gegeben haben muß. Die bereits erwähnte Veröffentlichung aus dem Jahre 1730 beinhaltet auch eine Ortschronik von Hiddensee aus früherer Zeit, in der . ..., dass Fehr-Hauss, allwo der Fehr-Mann, der die Leute mit einem Nachen übersetzet, wohnet" festgehalten wird.
Wie viele Menschen lebten auf Hiddensee, als die Mönche kamen? Waren es 200, waren es 500 oder sogar 700? Wir wissen es nicht. Heute sind es ca. 1300 Inselbewohner. Diese Zahl blieb in den letzten 70 Jahren einigermaßen konstant. Wird sie in den nächsten Jahren abnehmen oder zunehmen? Wir werden sehen.
Autor: Inselpastor Manfred Domrös- seit 2008 im Ruhestand
Wie viele Menschen lebten auf Hiddensee, als die Mönche kamen? Waren es 200, waren es 500 oder sogar 700? Wir wissen es nicht. Heute sind es ca. 1300 Inselbewohner. Diese Zahl blieb in den letzten 70 Jahren einigermaßen konstant.
Mal was in Plattdeutsch, hoffentlich für alle Leser zu verstehen.
Dat „Söte Länneken“ in de Oostsee, „wo de Wind de Tiet anhöllt“! Hiddensee is mieer as blots een Eiland – dat is een Verspreken. Hier, wo keen Auto fohrt un blots de Wellen den Takt angifft, fangt de Freeheit an. Gah dörch de vigelett lüchten Dünen, laat di an’n Dornbusch den Wind üm de Nees weihn un kiek dat Ballett, to de Tiet vun de Kraniche an’n Horizont. Nich to zort sien, bie de Ernt von Sanddurn. Manch een het sein grot Hecht angelt in Bodden. In de veer Tieten übert Johr warr Deel vun en Landschap, dat sik elks Dag nieg erschafft. Hiddensee: Natur pur, so as dat mutt. Mit godet und Schietwedder !
Die Übersetzung (KI- verfeinert)
Hiddensee ist mehr als bloß ein Eiland – es ist ein Versprechen. Hier, wo es keine Autos gibt und nur das Rauschen der Wellen den Takt angibt, dort fängt die Freiheit an. Wandert in Jahreszeiten durch die violett leuchtende Dünen Heide, am Dornbusch kann einem der Wind um die Nase wehen und versucht mal im Jahreslauf das Ballett der Kraniche am Horizont zu beobachten, seit nicht zu zart besaitet beim Ernten vom Sanddorn, beim Boddenfischen hatschon manch einer seinen ersten Hecht geangelt. Im Frühling,Sommer, Herbst und Winter wird man Teil der Landschaft, die sich jeden Tag neu erschafft. Hiddensee, Natur pur, so wie es sein sollte und hier auf der Insel einfach ist. Sonnig, windstill,wolkig, kühl, voller Regen, heiß, mit Schneefall, eisig oder stürmisch alles kann man hier erleben.
Gerhart-Hauptmann Haus
Die Doppelvilla im Kirchweg in Kloster war das Sommerhaus des Dramatikers und Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann. Das in seinem Originalzustand erhaltene Haus ist das einzige öffentlich zugängliche Künstlerhaus auf der Insel Hiddensee. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verbrachte Hauptmann dort seine Sommer. Neben den Schlafzimmern und der Bibliothek kann man auch seinen Weinkeller besichtigen. Alles ist mit den originalen Möbelstücken ausgestattet und vermittelt einen lebendigen Eindruck in das Leben und Schaffen des Künstlers. Neben der Hauptausstellung finden regelmäßig Sonderausstellungen und Lesungen statt. Die Führungen durch das Gerhart-Hauptmann Haus dauern 1h und finden zu festen Terminen, je nach Saison statt. Literaturfans finden im angeschlossenen Museumsladen, in dem auch die Eintrittskarten erhält, ein reichhaltiges Angebot an Büchern, Ansichtskarten und sogar den von Hauptmann bevorzugten Wein.
Der Name Gerhart Hauptmanns (1862-1946) ist wohl von allen am engsten mit Hiddensee verbunden. Er besuchte die Insel zum ersten Mal im Sommer 1885 und wohnte in Kloster in dem alten Gasthof von Schlieker. In größeren Abständen besuchte er immer wieder die Insel. Schließlich mietete er von der Gemeinde Kloster das Haus "Seedorn", das er 1929 auch käuflich erwarb. Dort verbrachte Hauptmann alljährlich arbeitsreiche Sommerwochen. Heute befindet sich in dem Haus eine Gedenkstätte, die an Leben und Werk des Literaturnobelpreisträgers erinnert. Zum letzten Mal weilte der Dichter 1943 auf Hiddensee. Auf dem stillen Inselfriedhof fand er schließlich seine letzte Ruhestätte, so, wie er es sich gewünscht hatte: "Wenn ich nicht fürchten müsste, meine guten Schlesier zu kränken, so möchte ich am liebsten auf diesem schlichten Friedhof von Hiddensee meinen ewigen Schlaf schlafen."
Hier ist es möglich selbst Erlebtes mit und auf der Insel zu erzählen, es gibt bestimmt bei unseren Gemeindemitgliedern solche Geschichten und Episoden. Ob damals oder heute spielt dabei keine Rolle.Oder gibt es etwa Gemeindemitglieder, die Hiddensee noch nie besucht haben?
Überarbeitet Roland Steinfurth
Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund
Pfarrei Sankt Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin
Katholisches Erzbistum Berlin
Das hier berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich Willkommen.
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