Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 63-1

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 63-1

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 63-1

# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 63-1

Sundische Katholische Tradition - Hiddensee-Geschichten Teil 2

Zisterzienser - Regeln

STAT CRUX, DUM VOLVITUR ORBIS
Das Kreuz besteht, wie auch die Welt sich wandelt.

SAPIENS VERBIS INNOTESCIT PAUCIS
An wenig Worten zeigt der Weise sich.

MODUS DILIGENDI DEUM EST SINE MODO DILIGERE
Die rechte Weise, Gott zu lieben, ist: ohne alles Maß ihn lieben.

SILENTIUM NUTRIMENTUM DEVOTIONIS
Die Frömmigkeit nährt sich aus dem Schweigen.

QUANTUM VALET CORAM DEO TANTUM VALET HOMO
Der Mensch ist so viel wert, wie er vor Gott wert ist.

OTIOSITAS INIMICA EST ANIMAE
Müßiggang ist der Feind der Seele.

DEUS NOSTER MAXIMA MANSIO SPIRITUUM BEATORUM
Gott ist die große Heimstatt der Seligen.

TANTUM DEUS COGNOSCITUR QUAM DILIGITUR
Nur so weit, wie Gott geliebt wird, wird er erkannt.

Hiddensee als kommende Klosterinsel

Ja, was war los zu der Zeit, als das Kloster auf Hiddensee 1296 gegründet wurde? Zum Beispiel, daß in jener Zeit gerade die Hanse ihre weitreichenden Verbindungen aufzubauen begann. Die Städte überhaupt nahmen eine stürmische Entwicklung, wie auch Greifswald und Stralsund in unmittelbarer Nähe zu Hiddensee. Marco Polo war zurückgekehrt und mit seinen Reiseerlebnissen weitgehend nur auf Unglauben gestoßen. Ein Jahr vorher hatte der Bau der Doberaner Klosterkirche seinen Anfang genommen, eine Anlage, ähnlich der späteren Hiddenseer Klosterkirche. In Deutschland begann sich ein Apothekerstand herauszubilden. Glasfenster fanden stärkere Verbreitung. Der Trittwebstuhl war gerade erfunden und in Italien stellte man Brillen als Sehhilfen her.

Das alles und noch viel mehr zu der Zeit als die Mönche nach Hiddensee kamen. Aber was war auf Hiddensee los, als der Klosterkonvent seine Arbeit aufnahm? Was war los mit Land und Leuten? War der Beginn für die Mönche schwer oder eher leicht? Nahm die Bevölkerung von Hiddensee sie mit Freuden auf oder wurden die Zisterzienser als Eindringlinge abgelehnt? Woher kamen die Mönche und nach welchen Plänen bauten sie ihre relativ große Klosteranlage?

Sie stellten sich als Zisterzienser vor, hatten weiße Kutten aus Schafwolle an. Darüber trugen sie das Skapulier, eine Art Arbeitsschürze aus schwarzen Tuchbahnen, die Brust und Rücken bedeckten und zu der auch eine Kapuze gehörte. Ein Gürtel, meist ein dünner Strick, vervollständigte die Kleidung.

Zum Chorgebet trugen die Mönche ein weißes Chorhemd, die Kukulle, was ihnen den Beinamen "weiße Mönche" einbrachte. Der Orden existiert noch heute und unterhält auch in Deutschland einige wenige Klöster. 

Im 12. und 13.Jahrhundert spielten die Zisterzienser im politischen, wirtschaftlichen und kirchlichen Leben eine maßgebliche Rolle. Sie waren damals auch zahlenmäßig der bedeutendste Mönchsorden. Die Gründung und Namensgebung des Zisterzienser-Ordens geht auf einen Robert von Molesme zurück, der 1098 mit einem Kloster in Citeaux (Burgund) begann und seinen Orden als benediktinischen Reformorden verstand. Von diesem damals einsamen und abgelegenen Ort, in welchem die alte Benediktiner-Ordensregel in neuer Klarheit befolgt wurde, fühlte sich Bernhard von Clairvaux (1090-1153) angezogen. Dreiundzwanzigjährig zog sich dieser Mann, zusammen mit etwa 30 Alters- und Standesgenossen, aus dem Leben seines vornehmen burgundischen Adelsgeschlechts zurück. Sie gingen nach Citeaux, um in strafferer und frömmerer Lebensweise der alten Benediktiner-Mönchsregel, die als die Hauptordnung des abendländischen Mönchstums überhaupt gilt, als Zisterzienser (Citeaux) neue Geltung zu verschaffen.

Bernhard von Clairvaux, der, zusammen mit seinen Freunden, auf das ritterliche Kleid und weltliches Ansehen verzichtete und dafür das asketische Leben der Mönche führen wollte, war getragen von der Kraft einer religiösen Erweckung, die damals über Frankreich hinwegging und namentlich den Adel erfasst hatte. Wie groß der Eifer von Bernhard war, wird durch die Tatsache bezeugt, daß er schon zwei Jahre nach Eintritt in das Kloster zu einer weiteren Klostergründung nach Clairvaux entsandt wurde. Diese Gründung wurde bald zum geistlichen Zentrum einer stürmischen Entwicklung der neuen Zisterzienser. Immer neue Niederlassungen gingen von Clairvaux aus. Als Bernhard starb, waren es insgesamt schon 288 Neugründungen, deren Äbte das Generalkapitel des neuen Ordens bildeten. Seine bald spürbare starke wirtschaftliche Kraft zog der Orden vor allem aus einer großen Schar von Laienmönchen, den Konversen. Durch sie kam es unter anderem zu bedeutenden Leistungen auf dem Gebiet der Landeskultivierung, der Viehzucht und des Fischereiwesens.

Das anfängliche Reformideal der Armut und Weltabgeschiedenheit trat im Lauf der Zeit immer mehr in den Hintergrund. Die Zisterzienser wurden bevorzugte Stützen für die Macht der Päpste und Landesherren. Sie nahmen aktiv an den Kreuzzügen teil. Der Besitz vieler Klöster an Gütern und Ländereien weckte oft den Neid der Zeitgenossen und rief verständlicherweise auch heftige Kritik hervor. Um 1300 mussten die Zisterzienser ihre führende Rolle vor allem in den wachsenden Städten an neue Bettelorden abtreten.

Viele Klosterkonvente der Zisterzienser bemühten sich aber immer wieder um eine Verbesserung des geistlichen Lebens innerhalb des Gesamtordens. Alte Mönchsideale sollten zurückgewonnen werden. Im Zuge einer solchen Reformbemühung wird vielleicht auch das Kloster Hiddensee, weit ab von Handelswegen und in karger Umgebung, Impulse für seine Gründung bekommen haben. Zur Zeit der Hiddensee-Gründung gehörten zum Zisterzienser-Orden bereits 700 Klöster. Heute gibt es davon noch 78, mit rund 1300 Mitgliedern. Neben den Männerklöstern gibt es auch Klöster für weibliche Zisterzienserinnen. Von ihnen gab es zu Beginn des 14.Jahrhunderts sogar 900 Klöster. Heute leben in 90 Zisterzienser-Nonnenklöstern noch rund 1700 Nonnen.

Vor allem dem Wirken des Abtes Bernhard von Clairvaux verdankt der Zisterzienserorden seine rasche Verbreitung. Seine Predigten und Briefe vermitteln uns ein starkes Charakterbild. Aufgrund seiner Autorität griff er später auch weltpolitische Fragen auf, beteiligte sich am Streit um die rechte Papstwahl, warb für den zweiten Kreuzzug, dessen verheerendes Scheitern ihn in eine große innere Krise stürzte. Bernhard litt unter dem Widerspruch seiner von ihm angestrebten Weltflucht und seiner Weltgeltung, die ihn immer wieder aus der Stille seiner Mönchszelle herausrief. 

Autor: Pastor Manfred Domrös seit 2008 Ruhestand

 Die Mönche kamen aus dem Kloster Neuenkamp….

Heute ist dieser Ort das kleine Städtchen Franzburg im Hinterland von Stralsund. 1296 schenkte Fürst Wizlaw II. von Rügen dem Kloster Neuenkamp neues Land zur Gründung eines Tochterklosters. Dieses neue Land war zur Hauptsache die Insel Hiddensee. Schon 1231 hatte Fürst Wizlaw I. den Zisterziensern das Land für die Gründung Neuenkamp angewiesen. Ihren Namen bekam sie dadurch, daß dem Abt des Klosters Kamp am Rhein, heute Kamp-Lintfort, die Aufgabe der Neugründung übertragen wurde. Ein neues Kamp sollte in Pommern entstehen. Schon 1233 zog dort der neue Konvent ein. Durch günstige Landkäufe und dank guter Einnahmen aus Mühlen und der Fischerei bekam Kloster Neuenkamp eine günstige wirtschaftliche Ausgangssituation. In relativ kurzer Zeit wurde es eines der reichsten und angesehensten Klöster in Pommern. Neuenkamps Tochtergründung auf Hiddensee profitierte von der Wirtschaftskraft des Mutterklosters. Kloster Nikolaikamp sollte das Kloster Hiddensee heißen, weil es dem Hl. Nikolaus, dem Patron der Kirche in Franzburg geweiht werden sollte. Nikolaus ist der Schutzpatron der Seefahrer. Dieser Name konnte sich aber nicht durchsetzen. 

Unser Kloster Hiddensee war eine ziemlich späte Gründung der Zisterzienser. Der Zustrom in die Klöster war nicht mehr so stark. Und wenig Stärkung aus der einheimischen Bevölkerung, zum Beispiel bei der Bildung des Laienteils des Mönchkonvents, den Konversen, war schon dadurch gegeben, daß relativ wenige Menschen auf der Insel lebten. Auch fromme Schenkungen blieben weitgehend aus. So war es gut, daß allerlei Reichtum von Neuenkamp nach Hiddensee gegeben werden konnte, um die Wirtschaftskraft der Neugründung zu stärken. Allmählich gelang es, das zugewiesene und geschenkte Land zum großen Teil zu verpachten. Die Einkünfte daraus und aus den Fischereirechten für die Gewässer zwischen Rügen und Hiddensee, sowie Einkünfte aus Salzpfannen der Saline Lüneburg, halfen zuverlässig, den Bestand des Klosters Hiddensee zu sichern. Solange das Kloster Hiddensee existierte, blieb es eng mit dem Kloster Neuenkamp verbunden. Von Neuenkamp aus wurden auch die jährlichen Visitationen auf Hiddensee vorbereitet. Als 1534 im Zuge der Reformation das Kloster Hiddensee in weltlichen Besitz überging, erging es dem Kloster Neuenkamp im gleichen Jahr ebenso. Im Aufstieg und im Verfall waren sie miteinander verbunden, nur daß in Neuenkamp alles gut 60 Jahre vorher angefangen hatte. Der Dienst am Kranken - Aufgabe der Klöster. Auch auf Hiddensee gehörte ein Siechenhaus zur Klosteranlage, um dem Kranken "dienen zu können, wie man Christus dienen würde" (Ordensregel).

Autor: Felicitas Knoppke verstorben

Die Mönche bauten eine Klosteranlage

Sie griffen dabei, wie an vielen anderen Stellen Europas, auf die Baupläne des Ordens zurück. Diese Pläne wurden lediglich den geographischen Gegebenheiten der jeweiligen Ortslagen angepasst. Klöster der Zisterzienser ähneln sich also sehr. Wie lange die Mönche mit dem stattlichen Bau auf Hiddensee zu tun hatten, ist nicht bekannt. Jahrzehnte wird es wohl gedauert haben. Es heißt, daß der Hiddenseer Mönchskonvent bereits 2 Jahre nach der Gründung, also 1298, sein Kloster beziehen konnte. 

Die Männer werden zunächst in Notunterkünften geblieben sein. Man brauchte Platz zum Schlafen, zum gemeinsamen Essen und zum gemeinsamen Gottesdienst. Platz und Gelegenheit zur gemeinschaftlichen Arbeit war auch reichlich vorhanden. Das Kloster konnte also "arbeiten". Die umfangreichen Bauten werden allmählich immer deutlichere Gestalt angenommen haben.

Es ist bekannt, daß 1302 unter der Aufsicht der Mönche eine kleine Seefahrer- und Inselpfarrkirche südlich des heutigen Neuendorfs zügig fertiggestellt werden konnte. Aber wann das Kloster als solches richtig fertig war, ist nirgends festgehalten. 1332 wurde die Kirche vor dem Klostertor, die heutige Inselkirche, als Bauernkirche ihrer Bestimmung übergeben. Vielleicht war zu dieser Zeit auch schon die große Abteikirche, die innerhalb der Anlage ausschließlich den Gottesdiensten der Mönche vorbehalten war, fertiggestellt. Entsprechend ihren Ordensregeln war die Baukunst der Zisterzienser, sicherlich auch auf Hiddensee, geprägt vom Verzicht auf Prunk, kostbare Materialien und Gemälde. Die große Klosterkirche wurde Turm los gebaut, allenfalls mit einem Dachreiter versehen. Unterteilt war die Kirche in ein Presbyterium (Chor), in Mönchschor und Konversen Kirche (Konversen waren, wie schon erwähnt, die Laienbrüder des Ordens) und Vorhalle. Die übrigen internen Bereiche der Mönche und Konversen sind der viereckige Kreuzgang mit Innenhof und Brunnenhaus, nebst den dazugehörigen, oft mehrstöckigen, Umbauungen eine Konstante im Klosterbau darstellt. Die meist weitreichenden Wirtschaftsgebäude lagen häufig bewusst getrennt von den eigentlichen Innenräumen der Mönche. 

Bei den Ausgrabungen der Neuzeit fand man Reste der Klosterumfriedung sowie Fundamente des Abthauses, Gebeine aus der Erde des Klosterfriedhofes und Überreste einer Heizungsanlage. Dazu kommt die Lage der Mühle, deren ehemaliger Standort heute noch "Mühlenberg" genannt wird. Die ehemalige Kirche vor dem Klostertor, einst als Bauern- und Pfarrkirche von den Mönchen gebaut, ist in ihren Abmessungen unverändert. Sie ist auch das einzige noch sichtbare Gebäude aus der Zeit, als die Mönche nach Hiddensee kamen.

Autor: Pastor Manfred Domrös seit 2008 Ruhestand

Hiddensee Geschichten von Gestern und aus der näheren Gegenwart

Erste Geschichte 

Gold-Schmuck

Der Hiddensee Goldschmuck ist weit mehr als nur ein archäologischer Fund; er ist das bedeutendste Beispiel wikingerzeitlicher Goldschmiedekunst in Deutschland und ein faszinierendes Zeugnis der engen Verflechtungen zwischen Nord- und Mitteleuropa im 10. Jahrhundert. Er war ein Geschenk des Meeres

In den Jahren 1872 und 1874 suchten gewaltige Sturmfluten die Ostseeküste heim. An der Westküste der Insel Hiddensee, am Strand von Neuendorf, spülten die Wellen den Sand fort und legten ein goldenes Funkeln frei. Einheimische Fischer fanden die ersten Stücke zufällig im Spülsaum. Insgesamt wurden 16 Einzelteile geborgen, die zusammen ein Gewicht von etwa 600 Gramm reinem Gold aufweisen. Das Ensemble besticht durch seine filigrane Verarbeitung und besteht aus verschiedenen Schmuckstücken, die vermutlich als Set getragen wurden. Der große Halsring ist ein massiver, aus Golddrähten geflochtener Ring, ein Statussymbol seiner Zeit. Die 14 Anhänger sind das Herzstück des Fundes. Es handelt sich um kreuzförmige Anhänger, die in ihrer Form einzigartig sind. Sie kombinieren christliche Symbolik des Kreuzes mit dem heidnischen Motiv des Thorshammer.

Was den Hiddensee-Schmuck so besonders macht, ist der Stil. Dieser zeichnet sich durch extrem feine Filigran- und Granulationstechniken aus. Dabei werden winzige Goldkügelchen und hauchdünne Golddrähte auf eine Trägerplatte gelötet.

Besonders spannend ist die Ikonografie, an den Enden finden sich stilisierte Raubvogelköpfe, ein typisches Motiv der Wikingerkunst. Die Form der Anhänger spiegelt die Übergangszeit wider. Während die Grundform ein christliches Kreuz darstellt, erinnert die wuchtige Unterseite stark an den Hammer des Gottes Thor. Dies deutet darauf hin, dass der Besitzer oder Schöpfer in einer Welt lebte, in der sich alte nordische Götter und der neue christliche Glaube vermischten. Archäologen sind sich heute weitgehend einig, dass dieser Schmuck nicht auf Hiddensee hergestellt wurde. Die Qualität des Goldes und die Raffinesse der Arbeit deuten auf eine königliche Werkstatt hin. Die Spur führt zum dänischen König Harald Blauzahn. Man vermutet, dass der Schmuck im Umfeld seines Hofes entstand, etwa zwischen 950 und 980 n. Chr. Wie der Schatz nach Hiddensee kam – ob durch ein Schiffsunglück, als Raubgut oder als absichtliche Vergrabung in einer Notsituation – bleibt bis heute eines der großen Rätsel der Insel.

Der originale Goldschmuck befindet sich heute im Kulturhistorischen Museum in Stralsund. Er ist das Prunkstück der dortigen Ausstellung. Auf der Insel Hiddensee selbst, im Heimatmuseum in Kloster, kann man eine originalgetreue Nachbildung bewundern. Da der Schmuck so ikonisch ist, wurde er oft kopiert; Repliken der Anhänger sind bis heute beliebte Souvenirs und Schmuckstücke für Besucher, die in die Region kommen. Der Hiddenseer Goldschmuck ist ein „Meisterwerk der frühen Globalisierung“. Er vereint skandinavische Ästhetik mit mediterranen Handwerkstechniken und erzählt die Geschichte einer Ära, in der Gold nicht nur Reichtum, sondern auch göttliche und weltliche Macht repräsentierte.

Zweite Geschichte

Die Blaue Scheune 

Wer zu Fuß den Hafen von Vitte verlässt und sich auf den Weg in Richtung Ostseeküste von Hiddensee macht, kommt zu einem Gebäude, das so mit der Insel verbunden ist wie der Sanddorn und das Meer. Bekannt unter dem Namen „Blaue Scheune“. Mit ihrem markanten, blauen Anstrich und dem Reetdach ist sie nicht nur eines der meistfotografierten Motive der Insel, sondern auch ein Denkmal in unserer Kunstgeschichte.

Ein Ort mit Geschichte, war das Gebäude ein Bauernhaus mit integriertem Stall und Scheune am Anfang nicht. Doch die Geschichte der Blauen Scheune nahm eine entscheidende Wendung, als die Künstlerin Henni Lehmann das Anwesen um 1920 erwarb. Von ihr stammt der blauen Anstrich, der heute noch als das Blau der Insel gilt. In den 1920er Jahren wurde die Scheune zum Zentrum für Künstlerinnen. Hier trafen sich mutige, kreative Frauen, um in der Abgeschiedenheit der Ostsee ihre Inspiration zu finden. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Maler Günter Fink das Haus und rettete es vor dem Verfall. Über Jahrzehnte hinweg nutzte er die Blaue Scheune als Atelier und Galerie. Besucher können das Haus auch heute noch während der Saison besichtigen. Wer die Schwelle überschreitet, betritt eine Welt, in der die Zeit stehengeblieben scheint. 

Fink öffnete die Scheune für die Öffentlichkeit. Er etablierte sie als Galerie, in der Besucher nicht nur seine eigenen Werke, sondern auch die Geschichte der Inselkünstler erleben konnten.

In der DDR-Zeit blieb die Blaue Scheune unter Finks Führung ein Ort der geistigen Freiheit. Er passte sich nicht den Forderungen des „Sozialistischen Realismus“ an, sondern blieb seiner impressionistischen, naturverbundenen Linie treu.

Bis zu seinem Tod im Jahr 2000 lebte und arbeitete Günter Fink in seiner Blauen Scheune. Er war eine Instanz auf der Insel – oft sah man ihn mit seiner Staffelei in den Dünen stehen, Wind und Wetter trotzend, um das perfekte Licht einzufangen.

Sein Erbe wird weitergeführt. Die Blaue Scheune ist nach wie vor ein Ort der Kunst:    1. Authentizität: Das Haus ist im Inneren weitgehend im Originalzustand erhalten, was Besuchern einen direkten Einblick in die Lebenswelt des Malers gibt.

2. Kontinuität: In den Sommermonaten finden weiterhin Ausstellungen statt, die das Werk von Günter Fink lebendig halten und in den Kontext der modernen Inselkunst setzen.

Ein Besuch der Blauen Scheune ist gut mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Nationalparkhaus oder einer Wanderung zum Leuchtturm Dornbusch zu kombinieren.

Jeder hat so seine Erfahrung mit der Insel Hiddensee und genauso unterschiedlich sind die Erlebnisse bei Tagesreisen oder längerem Ferien-Machen. Da gibt es bestimmt was zu erzählen. Vom Territorium her gehört die Insel zur Gemeinde Stralsund somit wird sie seelsorglich auch den Umständen entsprechend betreut.

Im Gedenken an Felicitas Knoppke, verstorben 2024

Überarbeitet Roland Steinfurth

Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund

Pfarrei Sankt Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin

Katholisches Erzbistum Berlin

Das hier berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich Willkommen.

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Katholische Kirchengemeinde Pfarrei St. Bernhard Stralsund/Rügen/Demmin • Frankenstr. 39 • 18439 Stralsund

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