05/06/2026 0 Kommentare
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 62
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 62
# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 62
Botschaft-Regeln-Gebot-Bekenntnis - Das Glaubensbekenntnis
Wir rezitieren es in jedem Gottesdienst katholisch, wie evangelisch und auch am Anfang des Rosenkranzes - das Glaubensbekenntnis. Teilweise erinnern wir uns noch daran, dass das Glaubensbekenntnis Teil in der Vorbereitung auf die Taufe für Erwachsene ist. Unsere Jugendliche befassen sich während der Vorbereitung auf die Firmung auch intensiver damit. Was passiert jedoch danach in uns?
Lebt das Glaubensbekenntnis in uns weiter? Befassen wir uns regelmäßig damit, was diese Zeilen, die wir regelmäßig rezitieren, für uns individuell bedeuten? Ganz persönlich kann es zugegeben, dass es in dieser Hinsicht noch sehr viel Luft nach oben gibt. Vor allem im Gespräch mit anderen Menschen über den Glauben kann die Frage: "Woran glaubst Du, ihr eigentlich?", zu der ein oder anderen Ratlosigkeit manchmal zu Schweißperlen auf der Stirn oder herumzurätseln sogar einem Anfall von Stottern kann es auslösen. So intuitiv es ist, zu glauben, so schwer ist es, den Kern unseres Glaubens anderen verständlich mitzuteilen. Und vor allem in einer Zeit, in der wir selbst durch eine weltweit negative Kirchensicht durch eigene Verfehlungen und Handlungen aktuell sind.
Dann durch eigenes Verschulden eine fortlaufende Änderung des Klimas, Kriege und Hunger in der Welt zuzulassen. Da hadert so manch Einer mit unserem allmächtigen Gott und ein ernstes Gespräch ist da ganz schwierig.
Deshalb hier ein Tipp für ein tolles Buch, mit dem Titel "Credo - das Glaubensbekenntnis verstehen", geschrieben von Hubert Philipp Weber. Auf etwa 160 Seiten gibt der Autor eine leicht verständliche Einführung in die Thematik und beleuchtet dabei auch Aspekte des Bekenntnisses, die erst beim zweiten oder dritten Nachdenken deutlich werden, z.B. bei den Ausführungen über die Rolle der Jungfrau Maria, die im Glaubensbekenntnis zwar erwähnt wird, jedoch auf den ersten Blick "nur" im Hinblick auf die Geburt Jesus Christus eben.
Neben der Darstellung der verschiedenen Fragestellungen, die sich zu den einzelnen Zeilen ergeben, wird auch die historische Entwicklung des Bekenntnisses in groben Zügen umrissen. Insbesondere das Ringen um das Verständnis des dreifaltigen Gottes wird hier nachgegangen. Und es wird auch deutlich, dass unser Glaubensbekenntnis, wie wir es heute haben, sich im Laufe der ersten paar Jahrhunderte entwickelte, um den damaligen Anforderungen und auch kircheninternen Diskussionen Rechnung zu tragen.
Der Umfang des Buches und die Breite der Themen, die angesprochen werden, machen klar, dass nicht jede Frage beleuchtet und in der Tiefe beantwortet werden kann.
Das ist auch nicht der Anspruch des Buches. Es gibt jedoch für den interessierten Leser einen Einblick über verschiedene Aspekte zu den einzelnen Teilen unseres Bekenntnisses und gibt damit Anregungen, wie wir uns selbst - wenn wir möchten - mit unserem Glauben wieder intensiver auseinandersetzen können.

Empfehlung aus dem Lesekreis Hl. Dreifaltigkeit Stralsund
(Textteile von Ronny Voland - Pfarrbriefservice)
GLAUBENSBEKENNTNIS
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische (christliche/allgemeine) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Ursprünglich entstand das Apostolische Glaubensbekenntnis als Taufbekenntnis in der christlichen Kirche. Es geht auf die sogenannte „Regula fidei“ zurück und hat sich im Westen des Römischen Reiches verbreitet. Die lateinische Bezeichnung „Regula fidei“ bedeutet auf Deutsch „Glaubensregeln“. Diese Regeln wirkten in den ersten Jahrhunderten des Christentums als Grundsätze, an die sich alle Christinnen und Christen halten sollten. Die Regeln fanden sich dann in Texten wieder, die bei der Taufe gesprochen wurden. Die Bezeichnung „apostolisch“ weist darauf hin, dass man das Glaubensbekenntnis als Zusammenfassung der Lehre der zwölf Apostel verstand – auch wenn der Text in seiner jetzigen Form erst im 5. Jahrhundert entstand.
Unterschied zwischen katholischem und evangelischem Glaubensbekenntnis
In der katholischen und evangelischen Kirche wird das Apostolische Glaubensbekenntnis fast gleich gesprochen. Allerdings gibt es im Text einzelne Unterschiede.: Im Apostolischen Glaubensbekenntnis, wie es in katholischen Gemeinden oft gesprochen wird, heißt es: „Ich glaube an die heilige katholische Kirche.“
In der evangelischen Kirche in Deutschland ist stattdessen die Formulierung „die heilige Kirche“ zu finden. In protestantischen Kirchen im Ausland – zum Beispiel in England – wird dagegen im Glaubensbekenntnis die „Catholic church“ erwähnt. Damit ist allerdings nicht die römisch-katholische Kirche gemeint. Viel mehr bezieht sich die Verwendung katholisch hier auf den griechischen Ursprung des Wortes, das „allumfassend“ bedeutet.
Das Apostolische Glaubensbekenntnis bietet Antworten – auch im modernen Leben. Es lädt ein zum Nachdenken, Mitsprechen, Innehalten. Es öffnet Türen zur Spiritualität – ob beim Gebet, in der Krise oder in Momenten der Dankbarkeit. Wenn man das Glaubensbekenntnis gemeinsam mit anderen spricht, dann fühlt es sich oft an wie ein Lied. Auch wenn man den Text vielleicht bei einer Straßenumfrage nicht parat hätte: In der Kirche mit anderen ist er plötzlich wieder da. Alleine hier zeigt sich schon im Kleinen: Manches schaffe ich vielleicht alleine nicht so gut. Aber in der Gemeinschaft mit anderen Christinnen und Christen, da schaffe ich es – und sei es nur, sich an einen Text zu erinnern. Die Aussagen des Glaubensbekenntnisses sind zeitlos.
(Lesekreis Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit Stralsund/Pfarrbrieftext 2018)
Wir glauben, dass alle Menschen, jeder Einzelne vom Vater im Himmel nicht allein gelassen wird. Denn es gibt in großer Unterschiedlichkeit eine lebendige Weltgemeinschaft, die vor riesigen Aufgaben steht und nach Lösungen sucht. Vieles wird nur gemeinschaftlich gelingen. In allen Ländern der Welt, in allen Erdteilen, in alle Rassen, mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Bekenntnisse werden wir auch als Einzelner daran mittun müssen!
Wir Menschen gehören alle zusammen, obwohl uns vieles in kultureller und religiöser Beziehung noch sichtbar uneins macht. In großer Gemeinschaft unserer Kirche wird der Dreifaltige uns nicht aus den Augen verlierend, ein Wegweiser sein.
Ich glaube, dass jeder Mensch sich, niemals so weit von Gott entfernen kann, dass es keinen Rückweg zu ihm gäbe. Dies wird besonders im Bekenntnis für unseren Glauben deutlich. Wie heißt es noch gleich: „Ich glaube an……“
Roland Steinfurth
Gründe für Zweifel oder Unglauben
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Menschen den Glauben an Gott ablehnen oder nicht finden können. Diese Gründe lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: intellektuelle, emotionale und existenzielle. Jeder Mensch ist eingeladen, seinen eigenen Weg zu suchen – sei es durch intellektuelle Auseinandersetzung, emotionale Heilung oder spirituelle Praxis. Gott begegnet uns oft auf unerwartete Weise, gerade dann, wenn wir uns auf die Suche nach ihm einlassen.
Auszug: God.fish
Überarbeitet Roland Steinfurth
Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund
Pfarrei Sankt Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin
Katholisches Erzbistum Berlin
Das hier berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich Willkommen.
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