Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 61-1

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 61-1

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 61-1

# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 61-1

Charta Oecumenica 1 - Katholische Jugend und Ökumene – Stralsund

Teil A - Ökumene leben

Der Grundtenor des Zweiten Vatikanums lautet „katholisch sein, heißt ökumenisch sein“. Sowohl die Kirchenkonstitution „Lumen gentium“ als auch das Dekret über den Ökumenismus „Unitatis redintegratio“ künden davon. Das Ökumenismusdekret von 1964 gilt dabei als die Magna Charta der ökumenischen Bewegung in der römisch-katholischen Kirche. Es bezeichnet die Wiederherstellung der Einheit der Christen nicht nur als eine der Hauptaufgaben des Konzils, sondern ermuntert auch die katholischen Gläubigen, mit Eifer an dem ökumenischen Werk teilzunehmen. Dieser Weg der Suche nach der Ökumene ist auch der Weg der Christinnen und Christen bei uns in Stralsund. Dieser ist zumeist durch die in Stralsund in dieser Zeit wirkenden Kapläne und auf evangelischer Seite von ihren Jugendwarten geprägt. Pfarrer und Pastoren hielten sich eher zurück. Wir hatten sowjetisch, sozialistische DDR-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Vieles in der DDR waren nicht im Sinne ihrer Bürger geregelt. In der DDR gab es daher viele selbstgemacht und politisch gewollte Probleme. Zum Beispiel:

Man durften nicht alles sagen, was man wollten.

Man konnten nicht alles kaufen, was gebraucht wurde.

Man durften nur mit Erlaubnis in andere Länder fahren.

Erst 1987 begann eine gewisse Lockerung. Von 10. – 12.07 1987 nahmen unter anderen Kardinal Karl Lehmann aus Mainz und der spätere Papst Benedikt XVI., Kardinal Josef Ratzinger aus München am DDR- Katholikentreffen in Dresden teil. Unter dem Motto „Gemeinsam Glauben leben“ versammelten sich katholische Christen aus der ganzen DDR in Dresden. Auch Gemeindemitglieder aus Stralsund waren vor Ort mit dabei.

Bild: 1987 in Dresden

Im Jahr 1989 haben sich dann viele aus Protest auf die Straße begeben, mit dem Ziel die DDR, das Land soll und muss anders werden. Dazu wurden in Stralsund die evangelischen Kirchen geöffnet. In besonderer Weise St. Nikolai und St.Marien. Vielen Bürgern war auch eine politische Neuordnung wichtig:

Im Jahr 1990 wurden dann die 2 deutschen Staaten wieder vereint zu einem Land. Wir erlebten die Wende. Die Menschen im Osten und im Westen kamen wieder zusammen. Doch vieles entsprach nicht den Erwartungen. Etliche haben ihre Arbeit verloren. Ein Neubeginn war vielfach sehr schwierig. Viele sind daraufhin vom Osten in den Westen gezogen. Von einmal über 80000 Tausend Einwohnern leben aktuell weniger als 40000 in unserer kleinen historisch schönen Hansestadt Stralsund. 

Die Ökumene in Stralsund während der DDR - Zeit war geprägt von einem starken Engagement der Kirchen für Frieden und Gerechtigkeit, trotz der Herausforderungen durch den sozialistische Staat.

Ökumenische Versammlungen

In den späten 1980er Jahren fanden in der DDR bedeutende ökumenische Versammlungen statt, die sich mit Themen wie Gerechtigkeit, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung beschäftigten. Die erste Vollversammlung der Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung fand vom 12. bis 15. Februar    1988 in Dresden statt, gefolgt von weiteren Versammlungen in Magdeburg und erneut      in Dresden. Diese Versammlungen waren Teil eines größeren konziliaren Prozesses, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen christlichen Kirchen förderte und eine       Plattform für den Dialog über gesellschaftliche und ökologische Themen bot.

In Stralsund gab es ebenfalls lokale ökumenische Initiativen, die sich für den Frieden      einsetzten. Jeden ersten Montag im Monat fand ein ökumenisches Friedensgebet in der Marienkirche statt, das auf eine Tradition aus den frühen 1980er Jahren zurückgeht.        Diese Gebete wurden von jungen Christen und Seelsorgern organisiert und waren ein     Ausdruck des Engagements für den Frieden in einer Zeit, in der die politische Situation inder DDR angespannt war. Die Symbolik „Schwerter zu Pflugscharen“ wurde dabei häufigverwendet, um den Wunsch nach Frieden und Versöhnung zu verdeutlichen. 

Herausforderungen in Stralsund

Bild: St. Nikolai innen

Die ökumenische Bewegung in Stralsund und der DDR insgesamt war nicht ohne Herausforderungen. Viele Kirchenmitglieder, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzten, sahen sich Repressionen durch den Staat und die Stasi ausgesetzt. Dennoch gelang es den Kirchen, eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Wandel zu spielen und einen Raum für kritische Diskussionen und den Austausch von Ideen zu schaffen. Insgesamt war die Ökumene in Stralsund während der DDR-Zeit ein wirkungsvolles Element für den sozialen und politischen Wandel, der schließlich zur Wende führte. Wer war nicht dabei, als die Kirchen in Stralsund geöffnet wurden. Nikolai und Sankt Marien waren übervoll. Noch heute ist man stolz darauf, dabei gewesen zu sein.

Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Konfessionen und die aktive Teilnahme an Friedensbewegungen trugen dazu bei, ein Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung zu schaffen. In unserer Stadt war die ökumenische Bewegung geprägt durch Einzelpersonen klein, aber selbstbewusst. In den Episoden 64-2 und 64-5 werden konkrete Beispiele aufgezeigt.

Ökumenische Jugendarbeit in Stralsund Heute

Wir sind die Junge Gemeinde Stralsund umfasst alle Stralsunder Kirchengemeinden. Du bist zwischen 14 und 20 Jahre alt, hast Bock auf Gemeinschaft, neue Leute kennenzulernen und möchtest Kirche und Glauben auch außerhalb von Gottesdiensten erleben? Dann bist du bei uns richtig! Wir treffen uns wöchentlich donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Traditionell beginnt unsere Jugendstunde mit einem geistlichen Input und Sandwiches. Je nach Wetter, Jahreszeit und Stimmung haben wir dann verschiedene Aktionen geplant. Von Volleyballspielen über Videoprojekte oder Handwerkliches bis zum gemütlichen Zusammensitzen ist hier für jeden etwas dabei. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, solltest du unbedingt unserem JG-Insta-Kanal folgen. So weißt du immer, was bei uns gerade läuft. Wir freuen uns auf dein Kommen!

Bild: Marienkirche innen

In der Jungen Gemeinde von Sankt Marien, Luther, Nikolai, der Auferstehungskirche und auch der katholischen Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit gehen wir in besonderer Weise auf die Probleme der Jugendlichen ein und sind bemüht, auf der Grundlage christlichen

Glaubens und theologischen Anspruchs, sie auf ihrem Weg zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten anzuleiten.

Die Themen stellen wir gemeinsam mit den Jugendlichen zu Beginn jedes Schuljahres zusammen. Sie orientieren sich am christlichen Glauben, an biblischen Themen und aktuellen Geschehnissen.

Für einen fließenden Übergang von Jungschar, Konfirmanden und Junge Gemeinde Gruppe sorgen gemeinsame Projekte wie z.B.: gemeinsame Sommerfreizeiten, 60 Jahre Brot für die Welt oder gemeinsame Aktionen zum Reformationstag, anderer kirchlicher Feiertage und Aktionen uvm.

Die drittgrößte der Stralsunder Pfarrkirchen wurde am 1944 durch Bombentreffer beschädigt, mit Verlust einiger Seitenschiffgewölbe, aber bis 1953 im Wesentlichen wieder hergestellt und weiter baulich gesichert. Bis 1955 erfolgte der Einbau des Gustav-Adolf-Saals als Gemeindesaal in einer neu geschaffenen Ebene im Turmbereich. Der Turm wurde zu DDR-Zeiten intensiv von der kirchlichen Jugendarbeit ("Junge Gemeinde") genutzt, die Evangelische Kirchengemeinde St. Jakobi-Heilgeist nutzte aber später im Wesentlichen nur noch ihre zweite Kirche, die Heilgeistkirche.

Die Nutzung des Bauwerks als kirchlicher Bauhof bis 1990 - bis 1994 durch eine daraus entstandene Baufirma - gewährleistete zumindest den Bestand. Durch Initiative der Kirchengemeinde und des 1995 gegründeten Fördervereins gelang es, die Kirche wieder zu öffnen und eine ständige Nutzung als Kulturkirche vorzubereiten.

Seit 1991 wurde in vielen Bauabschnitten die Kirche im Äußeren instandgesetzt und vieles zur Rettung des umfangreich erhaltenen, aber desolaten Kunstgutes getan.

Bild: Andrea Lehnert

2003 errichteten Kirchengemeinde und Hansestadt Stralsund die "Stiftung Kulturkirche St. Jakobi Stralsund", in deren Besitz sich Kirche, Grundstück und Inventar heute befinden. Bis 2007 wurde der Gustav-Adolf-Saal zur Studiobühne des Theaters ausgebaut, mit Instandsetzung der gesamten Turmanlage einschließlich Treppenhaus (Bauherr: Hansestadt Stralsund, nach Fertigstellung Übergabe an die Stiftung Kulturkirche) Der Beginn unseres Jugendclubs reicht bis ins vorige Jahrtausend zurück. Im Jahr 1994 kam es aufgrund einer Notlage von Jugendlichen in der Innenstadt von Stralsund zur Öffnung des sogenannten „Jasterturms“ in der Jacobikirche für die Jugendlichen. Der Name für den Jugendclub wurde relativ schnell gefunden: Turm Café oder für die Jugendlichen einfach nur „Turm“. Dort gab es dann über mehrere Etagen offene Jugendarbeit, die vom damaligen Jugendpfarrer begleitet wurde. Bis ins Jahr 2003 war das für alle ein spannender Ort. Im Zuge von Umbaumaßnahmen in der Jacobikirche musste der Jugendclub leider umziehen und befindet sich seitdem im Großen Diebsteig 38, mit dem Namen „2day“ oder „Turm2day“.

Ausführungen 2007: Andrea Lehnert St. Marien

Überarbeitet Roland Steinfurth

Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund

Pfarrei Sankt Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin

Katholisches Erzbistum Berlin

Das hier berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich Willkommen.

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Katholische Kirchengemeinde Pfarrei St. Bernhard Stralsund/Rügen/Demmin • Frankenstr. 39 • 18439 Stralsund

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