07/05/2026 0 Kommentare
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 60-2
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 60-2
# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart – Episode 60-2
St. JOSEF (Teil V.)
EIN HEIM WIRD ZUM SENIORENZENTRUM UNTER DER CARITAS ALTENHILFE GgmbH (Teil3)
BEWOHNER BERICHTEN:
1) Wohnen im Seniorenzentrum
Seniorenzentrum „Sankt Josef“, so heißt unser neues Zuhause. Seit Oktober 1995 konnten 53 Wohnungen von alleinstehenden Personen und von Ehepaaren bezogen werden. Meine Anmeldung für eine Wohnung im neuen Heim erfolgte schon im Januar. Über die ganze Zeit verfolgte ich interessiert den Baufortschritt und freute mich über das Werden eines neuen, so schönen Gebäudekomplexes. Für Stralsund und sicher weit über die Stadt hinaus, zieht es die Aufmerksamkeit auf sich. …. Man wohnt für sich allein und zugleich in angenehmer Gesellschaft mit befreundeten Bekannten unserer Kirchengemeinde. Hinzu kommt das beruhigende Gefühl, im Bedarfsfalle fürsorgliche Betreuung erwarten zu dürfen. ……..
Diese Einrichtung der Caritas ist schon ein gewaltiges soziales Engagement. Wer hätte dies noch vor wenigen Jahren für Stralsund für möglich gehalten? Aber auch die eigene finanzielle Absicherung durch die nach einem arbeitsreichen Leben zustande zufriedenstellende Rente bedarf hierbei Anerkennung. ……
Wir sollten dazu beitragen, daß das neue Miteinander uns auch innerlich zur Geborgenheit wird.
Maria Miksch- Sankt Josef
2) ZUM LEBEN GEHÖRT VIEL MUT
Wie trüblich, dass von Jahr zu Jahr
Uns dünner wird das Haar.
Die Zähne gehen flöten,
Das Gedächtnis kommt in Nöten.
Nur mit der Brille kann man sehen,
muss mit dem Stock spazieren gehen.
Und hören kann man auch nicht gut.
Zum Leben gehört schon Mut.
Denn auch der Freunde treue Schar
Verändert sich von Jahr zu Jahr.
So hat`s der Herr Gott sich gedacht,
Damit das End er leicht uns macht.
Dass wir uns besinnen, beizeiten,
zum Heimgang uns gut vorbereiten
St. Josef – Frau Stroth
3) Rückblick
Drei Jahre „Betreutes Wohnen“ im Seniorenzentrum St. Josef – Besinnung, Nachdenken! Welche Erwartungen hatte man? Waren sie zu hoch, sodass vieles offen blieb? Oder waren sie eher einer gewissen Neugier gleichzusetzen und fielen bescheidener aus, sodass man zufrieden sein kann? Diese Frage muss jeder für sich allein beantworten, darauf kann es keine generelle Antwort geben.
Wenn ich auf diese drei Jahre zurückblicke, dann kann ich dankbar sagen, dass es für mich eine gute Zeit war. Obwohl hier zunächst fremd, fühlte ich mich vom ersten Tag an heimisch, geborgen. Mein eigenes kleines häusliches Reich haben und mich doch nicht allein fühlen, jederzeit den eigenen Interessen wie Theater-, Konzert,- Museumsbesuch, Reisen und dergleichen nachgehen können, um in mein Leben noch so viel Abwechslung zu bringen, wie es den eigenen Wünschen und Neigungen entspricht und noch möglich ist, das war mir sehr wichtig. Schon sehr bald gab es Kontakte zu den neuen Nachbarn. Vor allem auf der Etage stellte sich schnell ein freundliches Miteinander ein, und allmählich lernte ich auch Bewohner der anderen Etagen kennen. Überall ein freundliches Lächeln, ein paar nette Worte – das machte das Herz froh. So kam bei mir in diesen drei Jahren kein Gefühl der Einsamkeit auf, das vorher mein Leben zu bedrohen schien, da alte Kontakte mit dem Ende der Berufstätigkeit immer stärker bröckelten. Natürlich liegt es auch an jedem selbst, wie er sich in eine Gemeinschaft einbringt, denn jedes Miteinander beruht auf gegenseitigem Geben und Nehmen. Mit einem bisschen mehr Großzügigkeit im Umgang miteinander stellt sich Verbundenheit ein und kleine Unzulänglichkeiten rücken in den Hintergrund.
Eine ganze Reihe gemeinsamer Erlebnisse: Busfahrten, zum Beispiel nach Rügen, zum Darß, nach Güstrow usw. Wie alle Bewohner dieses Hauses bin auch ich bestrebt, mir meine Selbständigkeit in allen Dingen möglichst lange zu bewahren. Ich weiß aber, dass ich jederzeit einen Ansprechpartner im Leiter des „Betreuten Wohnens“, Herrn Mann, und auch in meinen Nachbarn habe. Das gibt mir ein Gefühl innerer Ruhe und Gelassenheit.
G. Giese- St. Josef in der 2. Etage
4) Es gibt ein Seniorenheim der Caritas in Stralsund
In die Nähe der Kinder nach Stralsund wollte ich. Da hörte ich, dass die Caritaseinrichtung ein Seniorenheim baut und man sich dort anmelden könne, um eine Wohnung zu bekommen. Als ich mich anmeldete, hatten sich schon sehr viele angemeldet, dass es nicht nach einer schnellen Lösung aussah. Dann aber kam die Nachricht, dass ein Einzug möglich wäre. Da packte ich meine kleine Habe und mit Hilfe meiner Kinder und anderer netter hilfsbereiter Menschen war der Umzug schnell getan. So wurde ich Besitzer einer Wohnung in diesem neuen Haus der Caritas. Meine Wohnung und das Haus mit seinen Einrichtungen übertrafen alle meine Erwartungen. Großzügig ist alles gebaut, eben für uns alte Menschen eingerichtet.
Wir müssen uns nun erst einmal kennenlernen, das Personal, die neuen Nachbarn. Alle Voraussetzungen sind gegeben, dass wir zu einer christlichen Gemeinschaft zusammenwachsen. Versuchen wir es!
Ursula Lorenz – im Josefsheim
Im Gedenken an all derer die in dieser Episode berichtet haben, sowie für alle anderen Bewohner und Diensttuenden über die vielen Jahre des Bestehens unseres St. Josef- Altenheims bzw. des Seniorenzentrums der Caritas Altenhilfe als Erinnerung und Dankeschön.
Der Friede des Herrn, sei mit euch Allen! Amen
Überarbeitet Roland Steinfurth
Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund
Das hier berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, Grammatik und Rechtschreibung sind oft Mängel behaftet. Danke für Ihr Verständnis! Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich Willkommen.
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