26/03/2026 0 Kommentare
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 59-0
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 59-0
# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 59-0
St. Josef – Diakonat ehrenamtlicher Frauen, Mädchen und einiger Männer in der Stralsunder Gemeinde
EIN ALTERSHEIM BRAUCHT EHRENAMTLICHE HILFE

Das Amt des Diakons ist bereits für die apostolische Kirche bezeugt. Innerhalb der dreigliedrigen Gestalt des geistlichen Amtes (Bischof - Priester - Diakon) ist es direkt dem Bischof zugeordnet (Phil 1,1; 1 Tim 3,8ff). Der Aufgabenbereich umfasst caritative und verwaltende Funktionen: Leitung von Gemeinden (Apg 6,1ff), Dienst bei der Eucharistiefeier, Katechese und Caritas.
Mit dem Frühmittelalter tritt das eigenständige Amt des Diakons immer mehr zurück und reduziert sich auf eine Durchgangsstufe zum Priestertum.
Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) führt das Ständige Diakonat als eigenständigen Teil des kirchlichen Amtes wieder ein, nicht aber für Frauen.
Die Schwestern des Hl. Borromäus in Stralsund hatten besonders die charitativen Dienste innerhalb des Diakonats im Blick. So nannten sie es Diakonat, wenn sie von Frauen und Mädchen, teilweise auch von einigen Männern aus unserer Gemeinde tatkräftig bei all ihren Diensten um und für ihre Heimbewohner unterstützt wurden.
Das Wort Diakon (altgriechisch διάκονος diákonos) bedeutet „Diener“ oder „Helfer“. Schon im Urchristentum gab es in der Kirche einen besonderen „Dienst“ der Nächstenliebe und der Verkündigung (Apg 6,1–7 ). Jünger, die diesen Dienst übernahmen, wurden Diakone genannt. Ihr ganzer Lebensinhalt war es, dem Beispiel Jesu zu folgen, der nach seinen eigenen Worten nicht gekommen war, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und ganz für andere da zu sein.
(siehe Episode 58 - Diakon Felix Lebek)

Dienste, gemeinsames Tun, um einander zu entlasten und Anderen zu helfen. So war auch das Anliegen der Borromäerinnen in St. Josefsheim in Stralsund. Viele Generationen von jungen Frauen und Mädchen, aber auch einigen Männer waren zu diesem Dienst bereit.
Hier nun ein Teil von vielen zu erzählenden Geschichten:
Das Diakonat im Altersheim St. Josef begann für uns in den 70er Jahren. Wie lange es vorher schon Mädchen gab, die es machten, weiß ich nicht. Es bedeutete, die Ordensschwestern ein wenig zu entlasten, indem wir am Wochenende kleine Dienste wie Tischdecken, Saubermachen, mit den alten Leuten spielen und Erzählen übernahmen. Später übernachteten oder wachten wir zu zweit von Freitag bis Samstag oder Samstag bis Sonntag im Schwesternzimmer. Dazu gehörte, nach den alten Leuten zu schauen, auch mal den Schieber zu wechseln oder die feucht gewordene Unterlage, Pampers gab es noch nicht. Wenn sich etwas im Flur bewegte sprang, eine auf und schaute nach. Ab 0 Uhr begann das „auf die Standuhr sehen“, denn in den Zimmern war meist keine Uhr. Norbert Mann erzählte, dass später regelmäßig Frauen der Gemeinde zu zweit den Nachtdienst auch in der Woche übernahmen. Zu Pfarrer Lewickis Zeiten feierten wir mit den Ordensschwestern und ihm Fasching mit den Bewohnern des Altenheims St. Josef -Heims. Wir sangen mit ihnen, es gab Pfannkuchen und Pfarrer Lewicki zog mit Akkordeon und allen, die ihm folgten, durchs Haus. Mit Kaplan Konrad Schröter spielten wir Jugendlichen Theaterstücke, die wir auch im Essenraum des Heims vorführten. Zum Singen waren wir auch im Pflegeheim. Wir waren nicht die Ersten und auch nicht die Letzten, die diese Dienste taten.
Ilona Schwarzkopf
Dieses konkrete und alltägliche Zeugnis gab und gibt diesen Helfern eine besondere Nähe zu den Menschen, da sie große Herausforderungen auch als Laien erleben. Zudem ist ihre Präsenz besonders im St. Josefs Heim in unserer Pfarrgemeinde eine ständige Erinnerung daran, dass die Kirche sich im Dienst engagiert, nicht nur mit Worten, sondern mit konkreten Taten. Was können wir vom Diakonat lernen? Obwohl nicht jeder von uns zum geweihten Dienst berufen ist, teilen alle Getauften die Berufung zum Dienst. Das Diakonat erinnert uns daran, dass wahre Größe im Lieben und Dienen an anderen liegt, besonders an den Kleinsten und Bedürftigsten. In unserem Alltag können wir den diakonalen Geist auf verschiedene Weise leben:
Abschließende Reflexion

Das Diakonat gerade in St. Josef in Stralsund war eine kraftvolle Erinnerung daran, dass Christus uns ruft, mit Liebe und Demut zu dienen. In einer Gesellschaft, die individuellen Erfolg und Macht schätzt, sind Diakonissen und Diakone lebendige Zeugen eines anderen Reiches: des Reiches Gottes, in dem die Letzten die Ersten und die Größten die Diener aller sein werden. Lassen wir den Heiligen Geist unsere Herzen und Taten verwandeln, damit wir, dem Beispiel der Diakone folgend, treue Diener und Träger der Liebe Christi in unserer Welt sein können. Sind wir bereit, unsere Berufung zum Dienst anzunehmen?
Hier die Einladung zum Mitarbeiten und Begleiten ehrenamtlichen Diensten in und aus unserer Gemeinde heraus z.B.
1 Geburtstagsbesuch-Dienst
2 Küsterdienst
3 Blumendienst
4 Schaukastendienst
5 Friedhofsdienst und vieles hier nicht Aufgeführtes mehr.
Es gibt noch eine große vielfältige Anzahl weiterer solcher Dienste.
Überarbeitet von Roland Steinfurth
Korrektur Wolfgang Vogt
Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund
Das hier Berichtete erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser, Ihre eigenen Geschichten und Episoden sind immer herzlich willkommen.
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