Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 57

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 57

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 57

# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 57

Katholische Priester der 80er-Jahre

Umwelt und Friedensbewegung

Im Oktober 1980 ist in unserer Heimatstadt Baubeginn des Stadtteiles Grünhufe, wie schon die Stadtteile Knieper Nord und Knieper West in der DDR typischen Blockbauweise.

Im Juni des Jahres 1984 feiert man in Stralsund ein besonderes Fest. Der Aufwand dazu war riesig. Am 23. Juni ist großer Festumzug mit 5.000 Mitwirkenden zum 750jährigen Bestehen der Stadt Stralsund.

In dieser Zeit erreicht Stralsund mit 76.060 Einwohnern die höchste Bevölkerungszahl in ihrer Geschichte. In dieser Zeit, wo gerade in der Jugend Unmut über die bestehenden Verhältnisse aufkommt, ist ein Aufgehoben und Verstanden werden ganz wichtig. Die evangelische, aber auch die katholische Kirche bieten dafür Räume für Gespräche.

Der Turm der Jakobikirche wird zum Festungs- und Feierturm. Die damaligen Seelsorger wussten mit ständiger Stasi-Beobachtung und Bespitzlung umzugehen.

Monsignore Pfarrer Kaplan Martin Pietsch

Geboren am 29.12. 1948 in Berlin, geweiht am 24.04. 1976 von Alfred Kardinal Bengsch. Erste Kaplanstelle in St. Peter und Paul in Eberswalde. Er war von 01. 12. 1977 bis 01.09. 1980 bei uns Kaplan. Danach Kaplan in St. Josef in Berlin Köpenick, danach Rektor des Christian –Schreiber Hauses in AB, am 17.03.1986  bekam er den Titel Pfarrer, anschließend  Pfarrer in Eberswalde, dann berufen zum Ordinariatsrat, Leiter des Katechetischen Amtes, Referat Katechese; dann berufen zum Leiter des Dezernats II. des Seelsorgeamtes, wird dann Direktor des Sankt-Konrad –Hauses in Schöneiche; danach wird er Domkapitular, auch Vorsitzender des Bonifatiuswerkes im Erzbistum Berlin, dann bis 2004 Rektor ecclesiae der Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis in Schöneiche, zum Monsignore ernannt, im Ruhestand in der Pfarrei „Heilige Familie“ in Rüdersdorf bei Berlin – also eine rasante Entwicklung!

Kaplan Martin Pietsch: Gemeindeglieder und Andere berichten

Chronik Gemeinde Rüdersdorf

Die heutige Pfarrei „Heilige Familie“ entstand im Jahre 2004 durch die Fusion der Pfarrgemeinden von Rüdersdorf, Schöneiche bei Berlin und Herzfelde. Die Rüdersdorfer Kirche avancierte dabei zur Hauptkirche.

Unbemerkt von vielen Pfarreimitgliedern ist Monsignore Martin Pietsch von Rüdersdorf nach Berlin gezogen. Lange Jahre wirkte er in Schöneiche. So war er ab Oktober 1991 zunächst Leiter des Bildungshauses St. Konrad und dann als Subsidiar in Schöneiche tätig. Von 2016 bis 2021 war er Pfarradministrator von Hl. Familie Rüdersdorf und leitete den Pastoralen Prozess in dem Pastoralen Raum, aus dem die heutige Pfarrei St. Jakobus entstand. Wir danken ihm für seine langjährige Arbeit auf unserem Pfarreigebiet und wünschen ihm Gottes Segen auf seinen weiteren Wegen.

Evangelische Kirchenzeitung Berlin

Domkapitular Martin Pietsch (75) wird wegen Erreichen der Altersgrenze von seinem Amt verabschiedetworden. Wie das Erzbistum mitteilte, findet die Verabschiedung im Rahmen eines Pontifikalamtes mit Erzbischof Heiner Koch und dem Metropolitan-Kapitel statt, zu dem er als Domkapitular gehört. Sie findet zum Hochfest “Verkündigung des Herrn” statt, das am 25. März wegen der Karwoche nicht gefeiert werden konnte. Das Metropolitan-Kapitel kümmert sich um die Seelsorge an der Sankt-Hedwigskathedrale und unterstützt den Erzbischof in Leitung und Verwaltung der Diözese.

Pietsch gehörte dem Berliner Domkapitel seit 1997 an. Als Leiter des damals sogenannten “Seelsorgeamtes” verantwortete er unter anderem das Diözesane Pastoralforum (ab 1998) und die Vorbereitung des Heiligen Jahres 2000. Danach war er viele Jahre für die Seelsorge an den katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Berlin zuständig.

Bischhöfliches Ordinariat Berlin

Wechsel in der Leitung des Seelsorgeamtes: Unser Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky hat bei der Seelsorgekonferenz am 11. Mai 2005 einen Wechsel in der Leitung des Dezernats II – Seelsorge bekannt gegeben. Zum 1. September 2005 verlässt Domkapitular Martin Pietsch das Seelsorgeamt; er wird Schulpfarrer und erhält die Zuständigkeit für Katechetik und Religionspädagogik. Die Leitung des Seelsorgedezernates übernimmt der bisherige Caritas-Rektor, Domkapitular Dr. Stefan Dybowski. Ordinariatsrat Pietsch hat das Dezernat II seit 1993 geleitet. Bereits vorher war er für den Bereich Katechese im Ordinariat tätig. Der Beginn seiner Tätigkeit als Seelsorgeamtsleiter war, geprägt durch die Angleichung der Pastoral in Ost und West, der neuen Gewichtung der seelsorglichen Strukturen in Stadt und ländlichen Gebieten sowie dem gegenseitigen Kennenlernen unterschiedlicher kirchlicher Erfahrungen. Bei den pastoralen Planungen hat er stets auf die Erfordernisse der Diaspora- Gemeinden hingewiesen. Ihm war besonders wichtig, dass sich das ganze Bistum bei den großen Veranstaltungen wie Bistums- und Kirchentage, Familien- und Seniorenwallfahrt, Bußgang und Fronleichnamsfeier beteiligt. Ordinariatsrat Pietsch engagierte sich bei der Einführung des Religionsunterrichts an den öffentlichen Schulen. Er wehrte sich gegen Einführung des Faches LER in Brandenburg; in den Gemeinden leistete er erhebliche Überzeugungsarbeit, dass der Religionsunterricht an die Schulen gehört oder zumindest vom Bildungsauftrag der Schule konzipiert sein muss. Über die Bistumsgrenzen hinaus bekannt geworden ist Martin Pietsch als Leiter der Katechetischen Arbeitsgemeinschaft der ostdeutschen Bistümer, die für die jährlichen RKW-Materialien verantwortlich ist. Glaubensvermittlung und missionarische Impulse sind bis zum heutigen Tag seine besonderen Anliegen geblieben. In seiner neuen Aufgabe wird er darin weiterwirken können. Den Papstbesuch 1996 mit der Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs hat Ordinariatsrat Pietsch maßgeblich mit vorbereitet und die Gemeinden unter dem Motto „Mittendrin Christ Sein“ an das Ereignis herangeführt. Insgesamt hat er die pastoralen Initiativen gerne unter Jahresthemen gebündelt. In Vorbereitung auf die Feiern zum Millennium setzte er die von Papst Johannes Paul II. vorgegebenen drei Jahresschritte für unser Erzbistum um. Sein Augenmerk galt dem Diözesanen PastoralforumAls Sekretär des Forums war er nicht nur für die Organisation der Konferenzabläufe mit über 400 Delegierten zuständig. Er musste auch sehen, dass in den Arbeitsgruppen beschlussfähige Texte entstanden, die dem Dialog über unterschiedliche theologische Positionen und pastorale Konzepte entsprachen. Auf der abschließenden Vollversammlung im Juni 2000 wurden 15 Vorlagen mit mehr als 500 Empfehlungen zu fast allen Bereichen kirchlichen Lebens verabschiedet. Ein deutlicher Impuls der Ermutigung ging von diesem Geschehen aus. Die Umsetzung der Beschlüsse ist dagegen nur ansatzweise gelungen. Viele gute Vorschläge und Ideen schlummern noch in den Papieren. Die Phase der Verwirklichung - ursprünglich als Prozess von fünf Jahren konzipiert - wurde durch die Finanzkrise des Erzbistums überlagert. Die volle Konzentration galt plötzlich dem durch die Sanierungsmaßnahmen notwendig gewordenen Umbau der pastoralen Strukturen und Einrichtungen. Kein Vorgänger von Ordinariatsrat Pietsch als Seelsorgeamtsleiter musste vergleichbare Personaleinschnitte vollziehen und gleichzeitig Rahmenbedingungen für die pastorale Erneuerung gestalten. Seinem Nachfolger wird es nun überlassen bleiben, den begonnenen Weg der pastoralen Erneuerung fortzuführen. Domkapitular Martin Pietsch gilt unser Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die besten Wünsche für seine neue Aufgabe im Schuldezernat; Domkapitular Stefan Dybowski sagen wir ein herzliches Willkommen im Seelsorgedezernat.

Hermann Fränkert-Fechter

2)Kaplan Bernhard Grönwald  

Geboren am 20.04. 1952, geweiht am 26.06. 1982.  Er war von 01. 09. 1980 bis 15.05.1982 bei uns Kaplan. Danach Diözesan-Jugendreferent für das Bistum Berlin. Er entscheidet sich gegen das priesterliche Zölibat und so ist sein Dienst als Priester in der Kirche nicht mehr möglich. Er wurde beurlaubt, heiratete und ließ sich mit seiner Familie im Bistum Münster nieder. Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb er am 22.06. 2008.

3) Kaplan Joachim Beschorner

Geboren am 11.09. 1956, geweiht am 26.06. 1982.  Er war von 01. 09. 1982 bis 1986 bei uns Kaplan., eine Zeit, in der sich viele Priester dem Zölibat verweigern., so auch Joachim Beschorner. Mit seiner Suspendierung ist nach dem Verständnis der katholischen Kirche ein weiteres Wirken als Priester im Bistum nicht mehr möglich. Er wurde beurlaubt, heiratete und lebt mit seiner Familie in Berlin, er ist Referent an der Freien Universität Berlin

Gemeindeglieder und Andere berichten

Kaplan Joachim Beschorner war in der Zeit bei uns Kaplan, als es in der tschechischen katholischen Kirche zu Auseinandersetzungen und Umbrüchen kam. Dort war die Kirche eine Staatskirche, total vom sozialistischen Staat kontrolliert und unterdrückt. Daher arbeitete die Kirche in der Tschechoslowakei im Untergrund; im Geheimen wurden dort Priester und Bischöfe geweiht. Da waren die Staatskirche und die Kirche im Untergrund. Aber die Kirche im Untergrund und ihre Mitglieder brauchten Unterstützung. Sie war auch die Kirche, die von Rom aus Unterstützung erhielt. So unternahm Kaplan Beschorner im „Geheimen Auftrag“ von unserem damaligen Erzbischof Joachim Kardinal Meisner mehrere Reisen dorthin (Literatur und anderes Material). An einer solchen Reise habe ich teilgenommen. Mit mehreren Fahrzeugen waren wir an unterschiedlichen Orten zu Gast, angefangen bei Prag und Umgebung, hier wurden wir in herzlicher Weise von tschechischen Untergrundchristen empfangen. Wir konnten uns austauschen und bekamen eine Ahnung von ihrem Kampf im Untergrund. Nach noch anderen Stationen im Land z. B. Teplice nad Metuij, ging es in die Slowakei, in die hohe Tatra. In der Nähe von Tatranska Javorina hatten wir Unterkunft. Gut erinnern kann ich mich noch an den Tag, als wir zur Lomnitzer Spitze aufbrachen, totaler Nebel, es regnete in Strömen, richtiges „Schiet-Wetter“, und wir wollten mit der Seilbahn ganz nach oben. 2634 m ist der Berg hoch, eine Seilbahn fährt hoch und runter, natürlich kostet dies etwas. Nach einem kurzen Austausch unter den Mitreisenden blieben nur Wilhelm Hauser und ich übrig, die mit der Seilbahn hochfuhren. Alle anderen wollten sich bei diesem scheußlichen Wetter lieber in einer Gaststätte aufwärmen und etwas speisen. Daher machten wir zwei uns allein auf den Weg und wurden belohnt, denn ab 2000 m hatten wir nur noch blauen Himmel und Sonnenschein. Aussichten, die man im Leben nicht vergisst.

Im Rückblick ist diese Reise auch eine Eheanbahnungsreise gewesen. Drei Ehepaare gingen aus der Reise hervor; Beate und Kaplan Joachim Beschorner, wie das Leben so spielt; dann Susanne und Frank Möller und Verena und Hubert Berger. Noch heute führen sie glückliche Ehen in Bonn und Berlin

Roland Steinfurth

Freie Universität Berlin- Joachim Beschorner, Theologe

Hat mitgewirkt an:

Der Berliner Schulversuch Ethik, Philosophie in der Sekundarstufe I : Möglichkeiten und Grenzen ethischer Bildung in der Schule

JUGENDAUSTAUSCH MIT DER JUGEND DER GEMEINDE RAVENSBURG IN BADEN WÜRTHENBERG

Mit Kaplan Joachim Beschorner begann ein reger Austausch mit Jugendlichen aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart aus der Stadt Ravensburg in der Nähe vom Bodensee. Die Jugendlichen aus dem Westen konnten uns besuchen, aber für uns war es in die Gegenrichtung nicht möglich. Was 1985 begann, wurde später mit Kaplan Klaus Günther Müller in bewährter Weise fortgesetzt.

Die Partner von unseren Kaplänen auf Ravensburger Seite waren:

Kaplan Paul Magino und danach Kaplan Hermann Barth.

Einige Verbindungen dorthin bestehen noch heute. Oftmals kam es nach der Wende dann zu Gegenbesuchen in Ravensburg. Den daran Teilgenommenen obliegt es, ihre ganz eigenen Geschichten, wenn sie möchten, hier zu präsentieren und zu erzählen. Es sind sicher einige besonders erzählenswerte Geschichten dabei. In meiner Erinnerung gab es wenigstens vier solcher Austauschgruppen. Es wäre schön, aus dieser Zeit zu erfahren

WAS BIS MITTE DER 80. IM BISTUM DER WELTKIRCHE UND SONST PASSIERTE

BISTUM  

1981

• Bischof: Joachim Meisner

• Weihbischof: Johannes Kleineidam stirbt im Alter von nur 45 Jahren

• Äußere Feier des 50-jährigen Jubiläums des Bistums Berlin (Gründung 1930)

1982

Neuer Weihbischof wird Wolfgang Weider

1983

• Bischof: Joachim Meisner wird Kardinal

WELTKIRCHE

1981

• Attentat auf Papst Johannes Paul II. in Rom durch einen türkischen Rechtsextremisten

• Ernennung von Joseph Kardinal Ratzinger zum Präfekten der Glaubenskongregation

• Gottesmuttererscheinungen in Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) und Kibeho (Ruanda)

Was sonst noch passierte

1982

• Papst Johannes Paul II. spricht Maximilian Kolbe als Märtyrer heilig

1983

• Papst: Johannes Paul II. trifft in Polen Lech Walesa, den Anführer der verbotenen Gewerkschaftsbewegung Solidarność

1984

• Katholizismus in Italien nicht mehr Staatsreligion / Rom verliert Bezeichnung Heilige Stadt

Polnischer Geheimdienst ermordet den der Solidarność nahestehenden Priester Popieluszko

1981

• Schwere Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaft und den polnischen Staatsorganen / Verhängung des Kriegszustandes durch neuen Ministerpräsidenten Jaruzelski   

1982

• Falklandkrieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien um die Falklandinseln

• Der meistverkaufte und erfolgreiche Heimcomputer Commodore 64 kommt auf dem Markt

• Einsetzen eines ersten Kunstherzimplantats beim Menschen in Salt Lake City

• Tod des Komponisten Carl Orff / Tod der Schauspielerin Romy Schneider  

1983

Die Grünen ziehen erstmals in den Bundestag ein                                                                                         Das Magazin Stern veröffentlicht unwissend die gefälschten „Tagebücher Adolf Hitlers“                                                                      Tod der Schriftstellerin Anna Seghers in Ost-Berlin                                                                                                                                          Lech Walesa (siehe oben) wird mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet  Einführung von bleifreiem Benzin und Einbau von Katalysatoren in Neuwagen                                         Weltweit erstes kommerzielles Mobiltelefon Dynatac 8000X von Motorola wird in den USA zugelassen (33 Zentimeter hoch und 800 Gramm schwer)   

1985

Größter Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke (25 West- versus 4 Ost-Agenten) Michael Gorbatschow wird Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU)    

Überarbeitet von Roland Steinfurth

Korrektur Wolfgang Vogt

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