17/04/2026 0 Kommentare
Der Bundespräsident im Stralsunder Ozeaneum
Der Bundespräsident im Stralsunder Ozeaneum
# Lazarus-Dienste Stralsund

Der Bundespräsident im Stralsunder Ozeaneum
Beim Bundespräsidenten gibt es in seiner schon längeren Amtszeit Termine, die sich wiederholen – und doch werden Sie nie zur Routine. Im Gegenteil: Mit der Bahn angereist war unser Bundespräsident für ein paar Tage Gast in unserer Vorpommerschen Region. „Ortszeit Deutschland“ – unter diesem Motto reist er in die unterschiedlichsten Regionen, diesmal nach Stralsund. Neben spontanen Begegnungen informierte er sich über wichtige Projekte und die Lebensumstände hier. So war er auch zu einer Kaffeerunde nach Knieper West eingeladen. Es ging emotional und laut los, als der Bundespräsident dort vorfuhr. Er wurde von etwa einem Dutzend Demonstranten empfangen, die den Bundespräsidenten mit "Negativ-Rufen“ und Plakaten begrüßten, protestierend bezugnehmend auf die deutsche Ukraine-Unterstützung und die Sanktionen gegen Russland.
In dem neuen Gemeindezentrum ging es dann aber gesitteter und ganz friedlich zu. Hier waren vor allem die Themen Migration, Ukraine-Nahost Krieg und die Wirtschaftlichkeit hier vor Ort Mittelpunkt der Gespräche.

Donnerstag, der 16.04.2026: Solche Tage wie der heutige, die gehören für den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier zu Momenten, in denen ihm seine Arbeit sicher besonders viel Freude macht. Denn was könnte es Schöneres geben, als von Menschen umgeben zu sein, die unser Land jeden Tag – und jeder auf seine Weise – ein Stück besser machen und sie dafür zu ehren. Zur Auszeichnung solcher aktiver Menschen mit dem Bundesverdienstorden ist er auch in Stralsund angereist. Für Menschen, die nicht abwarten, sondern anpacken, die nicht jammern, sondern handeln, die lieber Hinsehen als wegsehen.
Der Bundespräsident in seiner Rede so etwa inhaltlich zu dem heutigen Anlass: Sie alle die hier ausgezeichnet werden sind Menschen, die jeder Form von Gleichgültigkeit eine Absage erteilen – und die zeigen: Es ist gut, sich einzumischen! Und deshalb ist es mir nicht nur eine große Freude, sondern eine wirkliche Ehre, Ihnen stellvertretend für unser Land dafür unser aller Dank auszudrücken. Dank für Ihren Einsatz, für Ihre Zeit, für das Herzblut, mit dem Sie tun, was Sie tun. Sie alle bekommen heute dafür die höchste Auszeichnung, die unser Land Ihnen zuteilwerden lassen kann: u.a. z.B. organisieren einige unter Ihnen Hilfe für Menschen in Not – sei es in Situationen der Begegnung mit den Tod und den Umständen, die daraus erwachsen, sei es hier bei vielen älteren Menschen, die Einsamkeit erleben. Sie schaffen Begegnungsräume, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft einander treffen können. - Diese Ehrung Heute nun ein kleiner Dank für das von Ihnen geleistete, Danke dafür!

Unter den Ausgezeichneten ist diesmal auch unser Gemeindemitglied Martina Steinfurth. Wer, wenn nicht gerade Sie hat, diese Anerkennung verdient. Ist sie doch in vielen Gremien in der Gemeinde, der Stadt und weit darüber hinaus wirksam tätig. Es müssen nicht alle aufgezählt werden diese Dienste und Tätigkeiten. Aber unter den vielen gibt es einen ganz besonderen, wirkungsvollen, ehrenamtlichen Dienst, den „Lazarusdienst“. Noch einmalig in Deutschland!
Martina Steinfurth arbeitet als Sozialpädagogin bei der Caritas und dem Erzbischöflichen Ordinariat im Erzbistum Berlin, in der katholischen Pfarrei Sankt Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin. Sie ist in ständigem Kontakt mit Menschen, die durch Alter, Krankheit oder Behinderung nicht mehr in der Lage sind, ihre Angelegenheiten im Alltag selbst zu besorgen. In dieser Arbeit hat Sie einen tiefen Einblick in die Sorgen und Nöte von Menschen und dass die Formen von Bedürftigkeit so vielschichtig sind, so hat Sie die Idee der „Lazarusdienste“ entwickelt.
Mit den Lazarus-Diensten Stralsund möchte die katholische Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin in Kooperation mit dem Caritas-Hospizdienst und dem Erzbistum Berlin Hilfsangebote für Menschen schaffen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Dies können eine schwere Krankheit, der Tod des geliebten Angehörigen oder physische und psychische Belastungssituationen sein. Gerade dann braucht es Menschen, die stützen, begleiten und das Schwere mittragen.
Im „Lazarusdienst“ arbeiten ausgebildete Ehrenamtliche, die gern diese Aufgabe übernehmen. Sie kommen aus unterschiedlichsten Berufen und sind reich an Lebenserfahrung. Die Lazarus-Dienste stehen allen Menschen offen, die Unterstützung benötigen: Unabhängig von Religion und Weltanschauung. So wird es möglich Menschen in besonderen Lebenssituationen einen für sie passenden Dienst anzubieten, der genau da ansetzt, wo er nötig ist. Der Dienst wird von Ehrenamtlichen aus unserer Region geleistet. Jeder kann nach seinem Charisma tätig werden und gewinnt auch für sich den Mehrwert, etwas Wichtiges zu tun und wichtig zu sein, so Martina Steinfurth!

Nach der Feierlichen Verleihung der Verdienstorden wurde im Ozeaneum zu Imbiss und Smaltalk eingeladen. Auch unser OB Alexander Badrow und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig waren anwesend.
Drei Tage war der Amtssitz des Bundespräsidenten in Stralsund, Besuche der Volkswerft, der Ausbildungsschule für Marinesoldaten sowie unsere alte Spielkarten-Fabrik waren neben anderen und spontanen Aktionen im Programm. Heute hier im Ozeaneum hat sich Bundespräsident Steinmeier zudem bei Experten, über den vor Poel gestrandeten Wal informieren lassen. Die momentan aktuell versuchte Walrettung in der Wismarer Bucht war ein besonderes Thema bei den Anwesenden, dazu ganz passend „Unter dem Wal“ im Ozeaneum!
Die musikalische Begleitung durch die „Prohner Hafengäng“ in norddeutscher Seemanns-Tracht sowie Friederike Fechner am Violoncello und Matthias Suter am Marimbaphon taten ein Übriges. Zu Abschluss gemeinsam die Nationalhymne zu singen, macht man auch nicht alle Tage. Es waren besondere Tage in der Chronik unserer Hansestadt Stralsund und eine Ehre in Teilen mit dabei gewesen sein zu dürfen.
R. Steinfurth
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