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Kirche „St. Maria – Trösterin der Betrübten“, Barth

Pfr. Albert Willimsky

1901 wurde in Barth der erste katholische Gottesdienst seit der Reformation gefeiert. Pfr. Matthias Wahl und etwa 500 Gläubige hatten sich am 22. Juli in einem ehemaligen Tanzsaal versammelt. Der erste nach Barth entsandte Seelsorger war Albert Willimsky, der von 1924 bis 1926 als Pfarradministrator wirkte. Der spätere Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus starb am 22. Februar 1940 im KZ Sachsenhausen. In Barth betreute er den Bau des am 22. April 1925 eingeweihten Pfarrhauses, dessen Grundstein am 19. Oktober 1924 gelegt wurde. Am 24. Oktober 1926 begann er den Bau der sich daran direkt anschließenden heutigen Kirche „St. Maria – Trösterin der Betrübten“, die am 6. Juni 1927 gesegnet und eröffnet wurde.

Der Stralsunder Architekt Otto Knauf orientierte sich am Stil der Backsteingotik. Die 25 Meter hohe Kirche hat an der Ostseite ein kleines Seitenschiff. Der benachbarte mittelalterliche Wallfahrtsort Kenz inspirierte das Patronat, das am 15. September, dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens, gefeiert wird. Die drei Fenster mit der Gottesmutter und den heiligen Otto und Franz von Assisi wurden gestiftet, letztgenannter Heiliger durch den damaligen Landrat.

Am 1. April 1929 wurde Barth selbständige Kuratie. 1931 erfolgte eine erste Umgestaltung des Altarraums, ein Bild des Letzten Abendmahls wurde als Altarbild hinzugefügt. Nach dem II. Weltkrieg strömten hunderttausende Flüchtlinge in das Restgebiet Pommerns. Damit kamen auch Katholiken aus Ostpreußen, dem Sudetenland und Schlesien in dieses Gebiet. In vier Außenstationen wurde die Heilige Messe gefeiert, die Gemeinde zählte bis zu 3500 Gläubige. In den zehn Nachkriegsjahren gab es neun Ordensberufungen aus der Gemeinde heraus.

Der Altarraum wurde 1960 erneut umgestaltet. Anfang der 90er Jahre erfolgten umfangreiche Umbauarbeiten. 1985 wurden die Katholiken der Tochtergemeinde St. Michael, Zingst, wieder eingemeindet. Am 12. Dezember 1993, dem Kirchweihfest, konnte unter Pfr. Stefan Friedrichowicz der neue Altar mit Reliquien des heiligen Otto, des Patrons der Pommern, geweiht und die Kirche endlich konsekriert werden.

Die Kirche erhielt 1996 eine neue Orgel der Heidelberger Orgelbaufirma Kircher. Das Instrument besitzt 891 Pfeifen, 13 Register, 2 Manuale und Pedal. In ihr sind Register einer älteren Orgel verbaut.

Am 1. Mai 2005 fusionierte die Barther Gemeinde „St. Maria – Trösterin der Betrübten“, zu der etwa 1300 Katholiken gehörten, mit der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit Stralsund.